Weltreise – Traum vs. Realität

Weltreise – Traum vs. Realität

Viele von uns wollen die große, weite Welt sehen. Abenteuer erleben, Landschaftspanoramen bestaunen, in bunten Meereswelten tauchen, Berge erklimmen, mit dem Rucksack zum Flughafen und einfach los. Der Wunsch nach Freiheit drängt sich vielen auf und diesen sehen sie im Bereisen der Welt erfüllt. Durch Social Media Kanäle und wunderschönen Bildern anderer Weltreisender bestätigt, soll es genau das sein. Schließlich wird auf diesen so viel Positives und Lebensfreude vermittelt, dass man sich fragt, wieso man solch eine Reise nicht schon früher gemacht hat. Doch ist eine Weltreise wirklich so rosig wie sie auf den Bildern dargestellt ist? Was passiert zwischen den Bildern?

Ich (Yvonne von lovelyforliving ) war fast acht Monate unterwegs und kann sagen: DAS wird die Reise eures Lebens – doch ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Von einem Trip möchte ich euch nicht abbringen, oder aus dem Luftschloss der Reise-Vorstellung holen, doch ist es wichtig, sich im Klaren zu sein, dass solch eine Reise eben auch zeitweise anstrengend sein kann.

1. Reise-Distanzen

Zwischen zwei Bildern auf Instagram können schon einmal 20 Stunden Busfahrt liegen, völlige Übermüdung, ein verpasster Flug oder Übelkeit. Die vielen Distanzen und langen Strecken, die man während einer Reise zurück legt, sind anstrengend. Kann man nicht schlafen, weil der Verkehr einem schon genug Angst einflößt oder hat man den Flieger verpasst, weil der Bus eine drei-stündige Verspätung hatte, dann kann einem das schon die Laune verderben. Doch kann ich euch sagen: All das ist es letztlich wert! Für alles findet sich eine Lösung und oftmals bekommt man unerwartet Hilfe von Fremden oder neuen Reise-Bekanntschaften.

2. Gepäck

Hier noch einmal schön vor der Flughafen Leuchtreklame posiert, das Abenteuerblut in den Adern, nur um im nächsten Moment den Backpack auf den Boden fallen zu lassen und zu realisieren, dass 23 Kilo auf dem Rücken echt ganz schön schwer sind. Der Hüftgurt hilft zwar super, aber eine halbe Stunde mit dem Rucksack auf Sand zum nächsten Hostel laufen? „Hätte ich doch nur weniger mitgenommen“, wird es dem ein oder anderen da kommen. Doch genau das ist ja das Schöne: Auf Reisen lernt man schnell mit dem Nötigsten auszukommen und realisiert, dass man eigentlich gar nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

3. Abenteuer

Man hat es doch tatsächlich gewagt: Man macht eine Dschungel-Wandertour, sieht dabei wunderschöne Aussichten, exotische Tiere und schläft Robinson Crusoe like mitten im Urwald. Wenn das mal keine Geschichte zum Erzählen ist. Leider hat kein Foto dazu gesagt, dass die Wanderung bei 35 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit stattfindet, keine Dusche weit und breit ist, um die Wanderfreunde wieder riechbar zu machen, Schlangen, die sich Nachts auf dem Boden um den eigenen Schlafbereich winden, kein sauberes Wasser zum Zähne putzen vorhanden ist und Moskitos fliegen, wohin man nur schaut. Da wird ordentlich geflucht und um sich geschlagen, doch letztlich ist jedes einzelne Panorama die Anstrengung wert. Wann kann man schon einmal wie Tarzan am Gipfel stehen, den Dschungel unter sich sehen und keine Menschenseele weit und breit – DAS ist mal ein Erlebnis.

4. Ernährung

Streetfood auf Plastikhockern an der Straße essen, sich an Skorpion oder neue Gerichte heranwagen, Pad Thai in Thailand, Nasi Goreng auf Bali, Amok in Kambodscha – hach, was ist es doch wunderbar sich durch die Küche der Welt zu schlemmen. Eigentlich. Denn liegt man erst einmal mit der ersten Lebensmittelvergiftung fünf Tage im fremden Hostelbett mit fremden Menschen um sich herum, da ist das abenteuerliche Essen einem dann doch schnell zu viel und man wünscht sich einen lieben Menschen, der sich um einen kümmert und einen mütterlich umsorgt. In solchen Momenten kann man sich bei einer Solo-Reise schon mal wirklich alleine fühlen und macht beim nächsten Streetfood-Stand einen großen Bogen ums ausgelegte Essen. Doch ist der westliche Magen eben viele der Bakterien in anderen Ländern nicht gewohnt. Besonders in Ländern, in denen andere Hygienestandards gelten, da hat es ein empfindlicher Magen schon mal schwer. Doch selbst fünf Tage im Bett trüben die Stimmung nicht, denn das fantastische Pad Thai und auch die fabelhafte Pho-Suppe waren so lecker und man kann den Lieben daheim von neuen Gerichten vorschwärmen.

5. Heimweh

Wieso erzählt einem eigentlich kein Bild, kein Abenteuer und kein fantastischer Moment, dass es tatsächlich manchmal Phasen von Heimweh gibt? Wenn sich im Hostel niemand findet, mit dem man so wirklich auf einer Wellenlänge ist, die Vorstellungen auseinander gehen und auch kein Wein mehr hilft. Wenn das Essen einem auf den Magen schlägt und jeder Versuch, westliches Essen zu finden, in überteuerten Restaurants endet. Wenn das klimatisierte Zimmer nach Stinkfuß riecht und das eigene Bett nun auch noch Bettwanzen hat – dann kann einen schon einmal das Heimweh überkommen. Jede/r ist da anders. Die einen kennen das Gefühl gar nicht und sind glücklich in der Welt zu Hause. Andere wiederum sind überrascht, über das Gefühl der Sehnsucht, das sie in der Art noch gar nicht kannten. Da werden die Kleinigkeiten vermisst: der geregelte Verkehr, das eigene Bett (und ein Zimmer für sich), Privatsphäre, die in Mehrbettzimmern kaum vorhanden ist, die Brötchen vom Bäcker nebenan. Doch ist es nicht auch wunderschön zu wissen, dass man etwas hat, worauf man sich freuen kann und das man derart vermisst? Dass man die Heimat und das Zuhause mehr zu schätzen lernt? Dass Gewohntes manchmal nicht langweilig, sondern auch beruhigend sein kann? Der Moment des nach Hause kommen und das Schwelgen in großartigen Reise-Erinnerungen lohnt sich allemal. Und das nächste Reiseziel wird schon rausgesucht.

Über die Autorin:

Yvonne ist eine Weltenbummlerin: mit 16 ging sie für ein Jahr nach Neuseeland und hat sich in das Land verliebt. Danach ging es nach Australien, zum Studium nach Schweden, nach Brasilien und zu guter Letzt war sie bis August für fast acht Monate auf Weltreise. Bald geht es wieder zurück ans andere der Welt. Ihr wollt mehr über Yvonnes Reisen erfahren und such nach Tipps für eure Abenteuer? Dann schaut einfach mal auf ihrem Blog lovelyforliving vorbei!

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Über den Autor

Rayhana El-Mahgary

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