Weihnachten in der Ferne: Reiseblogger erzählen

Weihnachten in der Ferne: Reiseblogger erzählen

Du überlegst wahrscheinlich zwei Mal, ob du zu Weihnachten auf Reisen sein willst… Bist du unter Palmen in Weihnachtsstimmung? Wie fühlt sich ein Jahr ohne traditionelles Weihnachtsfest an? Weit weg von der Familie und Freunden? So ganz ohne Glühwein, Lebkuchen und Mamas Vanillekipferl? Keine Angst! Weihnachten in einem anderen Land zu feiern, kann auf wundervolle Weise jenes Fest sein, an das du dich immer erinnerst! Du hast noch genügend Zeit, Weihnachten zu Hause zu verbringen. Einige unserer liebsten Reiseblogger teilen mit uns ihre schönste, unvergesslichste Geschichte über ein Weihnachtsfest, an dem sie die Welt erkundet haben.

THAILAND

teddy

“Weihnachten in einem Land zu verbringen, in dem Weihnachten eigentlich nicht gefeiert wird, ist eine seltsame Erfahrung. Genau das ist mir in Thailand passiert, wo Buddhismus praktiziert wird. In christlichen / katholischen Ländern dominieren Straßenzüge voller Lichter und Weihnachtsbäume mit Geschenken darunter. In Bangkok hingegen gibt es nur ganz wenig Dekoration in jenen Shoppingzentren, die ziemlich offensichtlich auf Touristen fokussiert sind. Aber auch ohne bunte Lichter und Weihnachtslieder habe ich mit anderen Reisenden aus Südamerika ein unvergessliches Weihnachtsfest gefeiert. Jeder hat ein typisches Gericht aus seiner Heimat zubereitet, wir haben Geschenke ausgetauscht und hatten einen wundervollen, etwas anderen Abend.”

Analucía Rodríguez (Peru), Viajar para Vivir 

ISLAND

island

 

“Ich habe immer von weißen Weihnachten geträumt… Im ‚Land aus Feuer und Eis‘ wurde dieser Traum wahr. In Reykjavik glänzt der Schnee unter den funkelnden Lichtern der 13 Jólasveinar, den isländischen Weihnachtsmännern. Unter der Erde explodieren Geysire und zu Eisbergen gefrorene Wasserfälle glitzern wie Kristall. Und wenn du Glück hast, siehst du sogar die Nordlichter. Mein Tipp: Trage Thermo-Unterwäsche, iss Hummersuppe und trink Glühwein. Und keinesfalls darfst du vergessen wie Winona Ryder in „Edward mit den Scherenhänden“ zu tanzen!“

Patricia Rojas (Spanien), La Cosmopolilla 

AUSTRALIEN

australien

„Vor einigen Jahren erfüllte ich mir den absoluten britischen Traum: Weihnachten am Strand in Australien. Byron Bay, um genau zu sein. Alles war neu und anders – Weihnachtssongs und strahlender Sonnenschein und BBQ anstatt Roast als Dinner! Aber mein persönliches Highlight war es, auf Klippen zu sitzen, den Sonnenuntergang zu genießen und Surfer zu beobachten. Das ist genau das, wovon du träumst, wenn du Weihnachten in Australien planst, oder? Zu dem Zeitpunkt war ich fast ein Jahr lang auf Reisen und bekam zum ersten Heimweh, nachdem ich am Morgen mit meinen Eltern telefoniert habe. Aber versteht mich nicht falsch, Weihnachten am Strand zu feiern, war eine großartige, unvergessliche Erfahrung und ich begann, Weihnachten zu Hause viel mehr zu schätzen als zuvor.“

Kara Caradas (Großbritannien) Heels In My Backpack

kara caradas

„Ich verbringe Weihnachten am liebsten Zuhause im Kreise meiner Liebsten. Es geht doch nichts über gemeinsames Christbaumschmücken, Plätzchen mampfen und ‚Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘ schauen. Und doch habe ich schon viele Weihnachten in der Ferne gefeiert, besonders oft in Australien am Strand im Bikini, da ich dort vier Jahre gelebt habe. Da gleicht Weihnachten eher einer großen Party am Strand mit BBQ und geschmückten Palmen als der besinnlichen Adventszeit in Deutschland.

Egal, wo ich jedoch Weihnachten verbracht habe, jedes Mal kam bei mir Heimweh auf und ich sehnte mich nach Kartoffelsalat mit Würstchen und deutschen Weihnachtsmärkten. Daher wäre mein Tipp, sich vor der Buchung genau zu überlegen, ob der Urlaub nicht bis nach Weihnachten warten kann.“

Anja (Deutschland), www.happybackpacker.de

MEXIKO

mexiko

„In Mexiko wird Weihnachten genauso mit der Familie gefeiert wie bei uns. Nur dass die Familien hier in der Regel etwas größer sind und es daher auch lauter und bunter zugeht. In der Familie, in der ich gefeiert habe, wurden ‚Posadas‘ gesungen. Ein Teil von uns wurde verkleidet, kurz vor die Tür geschickt und musste dann als Maria und Josef singend um Wiedereinlass bitten.

Was mich am meisten beeindruckt hat, waren die mexikanischen Weihnachtskrippen, die mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet werden. Hier gab es nicht nur Jesus´ Familie und den Stall, sondern zum Beispiel auch den Teufel, der versucht, die Hirten vom Weg abzubringen. Ganze Landschaften mit grünen Hügeln, Wasserfällen und Wüsten werden aufgebaut, bei den Tieren gibt es nicht nur Ochs und Esel, sondern gern auch mal einen Delfin. In Mexiko nimmt so eine Krippenlandschaft gern auch mal ein halbes Zimmer ein.“

Caroline (Deutschland), shavethewhales.net

POLEN

polen

“Wenn es ein Land gibt, in dem Weihnachten wirklich gefeiert wird, dann ist es Polen. In den Städten gibt es die traditionellen „Jarmark“, Weihnachtsmärkte mit Lichtern und Stände mit lokalen Süßigkeiten. Begleitet von Schnee, der die Altstadt bedeckt. Auf den Märkten gibt es „grzane wino“ (Glühwein) und „grzane piwo“ (heißes Bier mit Gewürzen), um der Kälte zu trotzen und in Weihnachtsstimmung zu kommen. Probiere auch die populären „makowiec“ (polnischen Mohnstrudel) und „piernik“ (Lebkuchen)!

Aber die allerschönste und wichtigste polnische Tradition ist, dass am 24. Dezember immer ein Extra-Teller vorbereitet wird, sollte sich ein Reisender verirren. Das Weihnachtsmenü umfasst ganze 12 Gänge (symbolisch für die 12 Apostel). Der erste Gang ist „karp“ (Karpfen), der Fisch wird bis zum Abendessen am Leben gehalten. Während des Essens ist es üblich, dass man die Gräten des Fisches in „pierogi“ (eine Art Schlutzkrapfen) versteckt. Wer sie findet, wird mit Glück und Geld belohnt.”

Iosu López & Alberto Menéndez (Spanien), Mochileros TV

BALI

bali

„Das erste Weihnachtsfest unter Palmen habe ich in Kuta auf Bali gefeiert. Es ist surreal, wenn du dem kalten Winter entfliehst und dich plötzlich in der Sonne mit Weihnachtsmütze wiederfindest. Surfen, Cocktails und sogar Bungee Jumping zu Weihnachten? Warum nicht?! Ich war von der festlichen Stimmung beeindruckt, die nicht nur von Reisenden aus dem Westen ausgestrahlt wurde, sondern auch von Einheimischen auf der Hauptinsel. Ich denke, jeder sollte mindestens einmal Weihnachten im Ausland verbringen.”

Scott Tisson (Großbritannien), Intrepid Escape

USA

usa

“Gleich hinter der kanadischen Grenze gibt es einen wundervollen Platz an der Küste: Lake Superior mit seinen immergrünen (Weihnachts-) Bäumen und dem Plätschern der Wellen am Ufer. Das Wasser ist ganzjährig eiskalt, somit erwarte nicht, schwimmen zu gehen. Die Abgeschiedenheit und die Landschaft lassen dich in eine andere Welt eintauchen und die Schönheit der Natur wird dir den Atem rauben. Stell sicher, dass du Vorräte in deinem Van hast, denn die Auswahl an unterschiedlichen Nahrungsmitteln ist knapp (und Whiskey rund um eine Feuerstelle ist die Voraussetzung!). Die unterschätzte Nordküste von Minnesota ist ein verstecktes Juwel. Ich empfehle es jedem, bevor es sich herumspricht…“

Jasmin Hassan (Großbritannien / USA), www.whereisshegoing.com

PARIS

paris

“Ich habe bereits öfters Weihnachten weit weg von meiner Heimatstadt Brisbane in Australien verbracht. Weihnachten war für mich immer ein Sommertag, an dem die Klimaanlage gelaufen ist, der Pool in Reichweite war und wir Garnelen und Salat in sommerlichen Party-Outfits gegessen haben.

Das alles bei eisigen Temperaturen zu machen, ist etwas schwieriger… Mein erstes Weihnachtsfest im Ausland habe ich mit 16 bei einem Schüleraustausch in Paris gefeiert. Ich kann mich noch gut dran erinnern, dass ich ziemlich verwirrt war. Meine Gastmutter hat den Balkon des winzigen Appartements als zweiten Kühlschrank benutzt. Am Heiligen Abend gab es Froschschenkel, Muscheln, Gänseleberpastete und einen betrunkenen Onkel, der während des Essens meinte: ‚Katie, ich denke, sogar der Hund spricht besser Französisch als du!‘ Darauf folgte ein tränenreiches Telefonat mit meinen Eltern. Ich hoffe, dass Paris dieses Jahr etwas netter zu mir ist.“

Katie McKnoulty (Australien), The Travelling Light 

BUDAPEST

budapest

“Mein bester Tipp für alle, die Weihnachten auf Reisen im Ausland verbringen: Reise bereits eine Woche vor Weihnachten im Hostel an. Das bedeutet, dass du sowohl das Personal, als auch die Gäste besser kennenlernst, mit denen du Weihnachten verbringst. Besonders hilfreich ist es, wenn die Post funktioniert, so dass deine Familie oder Freunde Geschenke schicken können – so wie das meine tolle Mutter gemacht hat! Das letzte Weihnachtsfest im Ausland habe in Budapest verbracht, während ich in einem Hostel gearbeitet habe. Ich war bereits seit Oktober mit an Bord und schon nach kürzester Zeit waren meine Kollegen meine Familie. Sogar frühere Gäste sind zu uns zurückgekehrt, um mit uns Weihnachten zu verbringen.“

Katie Dawes (Großbritannien), The Hostelgirl 

 

ÄGYPTEN

aegypten
“Das unvergesslichste Weihnachtsfest in der Ferne war für mich in Ägypten. Wir waren auf einer Rundreise, besuchten Aswan, Luxor und waren auf einer tollen Expedition durch die Wüste und verbrachten eine Nacht in einer Oase und besichtigten die Pyramiden. Der Tag in der Wüste war der der Heilige Abend. Ohne Internetverbindung und somit ohne Möglichkeit, seinen Eltern frohe Weihnachten zu wünschen. Aber es war magisch! Der muslimische Guide wusste, dass Weihnachten war und bereitete uns ein ganz besonderes Abendessen am Lagerfeuer zu. Wir haben „Secret Santa“ improvisiert und Süßigkeiten ausgetauscht. Schließlich haben wir unter einem Himmel voller Sterne und Sternschnuppen geschlafen – es war sogar Vollmond! Wir waren zusammengewürfelte Fremde auf einer Reise durch Ägypten und fühlten uns plötzlich wie eine Familie. Wir waren alleine mitten in der Wüste, aber wir fühlten uns nie einsam. Und dann realisierte ich, dass die Weihnachtsgeschichte recht nah an meiner momantanen Situation war, mit all den glänzenden Sternen am Himmel und den drei Königen, die die Wüste durchquerten. Ich bin nicht sehr religiös, aber es war interessant, dass ich zufällig dieses Weihnachtsfest ähnlich zum ersten Weihnachten überhaupt gefeiert haben.“

Clarissa Donda (Brasilien), Dondeando por aí 

INTERRAIL DURCH EUROPA

“Weihnachten stand vor der Tür, daher hab ich mir selbst das beste Geschenk gemacht: ein Interrail-Ticket! Meine erste Stadt war Innsbruck, umringt von schneebedeckten Bergen und wunderbaren Weihnachtsmärkten mit köstlichen Süßigkeiten. Mein zweiter Stopp war Monaco: Weihnachtslichter, wohin das Auge blickt, Eislaufplätze und ein Weihnachtsbaum am bekannten Marienplatz. Gleich nebenan gibt es den besten Markt von Monaco mit großartigen, lokalen Leckereien wie Pflaumen mit Mandeln! Aber meine Lieblingsstadt wurde der dritte Halt: Straßburg. Hier verbrachte ich Weihnachten inmitten wunderschön beleuchteter Straßen, Weihnachtsmärkte an jeder Ecke, Musik, glückliche Familien und der Geruch von köstlichem Essen in der Luft. Danach reiste ich nach Brüssel und schlussendlich nach London, wo es mich zu Winter Wonderland in den Hyde Park verschlagen hat. Ich fühlte mich wie ein großes Kind! Es machte mein Weihnachtsfest ganz besonders…“

Laura Tafuro (Italien)

INDIEN

„Trommeln, unendlich viele Trommeln. Die Sonne glitt über dem Ozean, Palmen schwangen in der Mittagsbrise. Ich nippte an meinem Bier und beobachtete, wie meine Fußabdrücke im Sand verschwanden, von dem smaragdgrünen Wasser des Indischen Ozeans zurückgefordert. Ich fühlte mich nicht besonders in Weihnachtsstimmung. Auch wenn kurz zuvor jemand eine Strandhütte aus Bambus mit Lametta geschmückt hat. Ich ging zurück zu meiner Stammbar und traf Freunde. Wir tauschten aufgeregt Geschenke in buntem Papier aus. Ich sah mich um und war umringt von Menschen, während die Sonne langsam unterging. Ein Freund gab mir ein Bier, ein Rentiergeweih und frisches Naan vom Feuer. Weihnachten in Goa, surreal, aber wirklich besonders. Denn es geht darum, mit wem du Weihnachten verbringst und nicht wo. Das macht Weihnachten aus.“

Will Hatton (Großbritannien), The Brokebackpacker

RUMÄNIEN

rumaenien

„Mein erstes Weihnachtsfest im Ausland habe ich 2009 in Rumänien gefeiert und ich erinnere mich noch immer gern daran zurück! Ich habe ein Erasmus-Jahr an der Universität in Cluj-Napoca verbracht und ein rumänischer Freund hat mich eingeladen, mit seiner Familie traditionell Weihnachten zu feiern. Also haben wir die Nacht damit verbracht mit seinen Freunden von Haus zu Haus zu gehen und Weihnachtslieder zu singen (auf Rumänisch – ich habe kein Wort davon verstanden). In jedem Haus wartete man bereits mit Essen und țuică, traditionellem rumänischen Alkohol, auf uns. Wir haben also die ganze Nacht für die Nachbarn gesungen, sind in der eisigen Kälte von Haus zu Haus spaziert und haben überall gegessen und getrunken. Es hat bis 6 oder 7 Uhr morgens gedauert und direkt nach dem Frühstück mussten wir die Familie besuchen. Es war unglaublich anstrengend und beeindruckend zugleich!“

Lucie (Frankreich), mytourduglobe

Hast du schon einmal Weihnachten in der Ferne verbracht? Erzähl uns deine Geschichte in den Kommentaren unten!

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Amy Dutton

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