Von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt: Zwischen Märkten, Tempeln, Sommerrollen und vietnamesischer Lebensfreude

Von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt: Zwischen Märkten, Tempeln, Sommerrollen und vietnamesischer Lebensfreude

Von Katja Fenkart

Wer die Schönheit der Natur genießen, sich in die Geschichte und Kultur eines Landes vertiefen, seinen Gaumen verwöhnen und auf herzliche Menschen treffen möchte, und das alles mit kleinem Budget, ist in Vietnam genau richtig. Das südostasiatische Land überzeugt vor allem durch seine Vielseitigkeit – besinnliche Tempel, idyllische Strände, fruchtbare Deltas, beeindruckende Bergkulissen, lebhafte Großstädte und endlos wirkende Reisfelder – Vietnam hat so einiges zu bieten.

Hanoi – Chaotische Hauptstadt mit Charme

Wer nicht mindestens einmal wagemutig eine von Motorrollern übersäte Straße in Hanoi überquert hat und eine der unglaublich leckeren Suppen an einem der kleinen Plastiktische am Straßenrand geschlürft hat, war nicht wirklich in Vietnam. Der aufgeweckten Hauptstadt des Landes fehlt es nicht an Charme: die schmalen Häuser, überwucherte Balkone und die bröckelnden Fassaden kolonialer Gebäude, die deren ehemaligen Glanz aber noch erahnen lassen, machen nur einen Teil davon aus. Mit seinen Seen, Pagoden, dem Ho-Chi-Minh-Mausoleum, in dem der Körper des ehemaligen Revolutionärs liegt, und etlichen Tempeln – und dies ist nur eine kleine Auswahl! -, kommen in Hanoi auch Kulturjunkies nicht zu kurz. Manchmal genügt es aber auch schon einfach, durch die verwinkelte Altstadt zu schlendern oder am Ufer des Hoan Kiem-Sees zu sitzen und dem bunten Treiben zuzusehen.

Wer mal ein wenig Ruhe braucht, sollte sich für einen Spaziergang durch den Botanischen Garten entscheiden – eine Oase mitten in der chaotischen Hauptstadt. Hanoi bietet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Trips ins bergige Sa Pa oder zur berühmten Halong-Bucht an – diese ist allerdings leider nur im Rahmen einer organisierten Tour zu besichtigen.

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Hue – Die alte Kaiserstadt

Leben wie die Kaiser – wo sonst, wenn nicht in Hue? Die malerische Lage am Parfumfluss allein macht die Stadt zu einem Must-See. Das kulturelle Erbe dieser Stadt ist – trotz des großen Ausmaßes an Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte – schier unendlich: Man kann sich stundenlang in der kaiserlichen Zitadelle aufhalten, denn es gibt einfach immer noch ein neue Ecke zu erkunden, die man noch nicht gesehen hat. Auf keinen Fall sollte man die umliegenden Kaisergräber verpassen, besonders faszinierend sind die Gräber von Khai Dinh und Tu Duc.

Tipp: Statt im Rahmen einer organisierten Tour lieber ein Moped mieten und auf eigene Faust zu den Gräbern fahren. Auf diese Weise siehst du nicht nur die atemberaubenden Bauten an sich, sondern auch die kleinen Dörfer, die Hue umgeben, und bekommst so einen besseren Einblick in das Leben der Menschen. Nach einem Tag voller neuer Eindrücke ist ein Besuch des Restaurants Lac Thanh (Adresse: 6A Dinh Tien Hoang) zu empfehlen: Auf einem kleinen Balkon sitzend kann man hier das Gewusel der Stadt beobachten und nebenbei selbstgedrehte Sommerrollen genießen – himmlisch!

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Hoi An – Im Schein der Laternen

Jeden Abend erleuchtet Hoi An im Licht der farbenfrohen und traumhaft schönen Laternen, die überall in der Altstadt hängen, während kleine Lichter auf dem Fluss vorbeitreiben. Dies ist nur einer der Gründe, warum die Stadt definitiv einen Besuch wert ist – trotz dem längst erfolgten Einzug des Tourismus. Im Gegensatz zu vielen anderen vietnamesischen Städten wurde in Hoi An wenig zerstört, was dazu geführt hat, dass es hier eine Fülle von geschichtsträchtigen Gebäuden zu sehen gibt – mehrere Hundert davon gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. So wird ein Spaziergang durch die Altstadt automatisch zum kulturellen Erlebnis. Problematisch könnte der Besuch der Stadt höchstens für die Geldtasche werden: Hier wimmelt es nur so von Schneidereien und Schustereien, die maßgeschneiderte Kleidung und Schuhe zu Schnäppchenpreisen anbieten. Wer sich der Versuchung nicht täglich stellen möchte, sollte den nahegelegenen An Bang-Strand besuchen und eine Auszeit am Meer nehmen.

Auch der Gourmetgaumen kommt in Hoi An nicht zu kurz: Im Laugh Café (Adresse: 126 Tran Cao Van Street) werden unter anderem zentralvietnamesische Klassiker serviert, hier kann aber auch das Zubereiten der Speisen in einem familiär angehauchten Kochkurs gelernt werden. Die besten Sandwiches der Stadt – wenn nicht sogar des Landes! – gibt’s im kleinen, familiengeführten Phi Banh Mi (Adresse: 88 Thai Phien), als Nachspeise würde sich ein Eis anbieten. Mein Geheimtipp: Hinter der Japanischen Brücke, dem Wahrzeichen der Stadt, gibt’s exotische Sorten – besonders das Green Tea-Eis ist ein Traum!

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Ho-Chi-Minh-Stadt – Großstadt mit Flair

In Ho-Chi-Minh-Stadt treffen Tradition und Moderne aufeinander, wie sonst nirgends in Vietnam. Doch obwohl die moderne Lebensweise augenscheinlich ist, wird den Traditionen nicht der Rücken zugekehrt. Das Ergebnis: Eine aufregende Mischung aus Tradition und Kosmopolitismus. Langeweile wirst du hier sicher nie verspüren: Ob Einkaufszentren, Märkte oder Museen – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Außerdem stellt die Stadt den perfekten Ausgangspunkt für die Weiterreise ins Mekong-Delta dar, wo du die Gegend auf Booten erkunden und die lebendigen Floating Markets besuchen kannst.

Phu-Quoc – Reif für die Insel!

Perfekter Abschluss für eine Reise quer durch Vietnam ist die Insel Phu-Quoc im Süden. Hier ticken die Uhren noch ein wenig langsamer als im Rest des Landes. Sie ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber dennoch einen Besuch wert: Es gibt noch unberührte, menschenleere Strände, eine Fülle an Outdoor-Aktivitäten wie Tauch- und Schnorchelspots oder eine Wanderung zum Wasserfall der Insel. Es herrscht eine große Vielfalt: Während der Süden vor allem für seinen beinahe weißen Sand bekannt ist (ein Ausflug zum Sao Beach lohnt sich!), finden sich im Norden viele Fischerstrände – inklusive Blick nach Kambodscha! Die günstigsten Strand-Unterkünfte gibt’s am Long Beach an der Westküste der Insel. Neben Bungalows mit Aircondition kannst du hier in kleinen Rattan-Hütten mit eigener Veranda und Blick aufs Meer wohnen. Weiteres Plus: Am Strand finden sich immer Verkäuferinnen von frischem Obst – Kokosnüsse, Mangos, Ananas… was will man mehr? Aber auch der Hauptort der Insel, Duong Dong, ist definitiv einen Besuch wert – vorzugsweise am Abend: Der Nachtmarkt ist ein Eldorado für Fisch- und Meeresfrüchte-Fans, aber auch der perfekte Ort, um die vietnamesische Lebensfreude hautnah zu erleben. Mein Tipp: Hol dir „Ice Rolls“ auf dem Markt, perfekt nach einem heißen Tag in der Sonne!

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Vietnamesische Gaumenfreuden

Teil jedes gelungenen Vietnam-Abenteuers ist auf jeden Fall die Landesküche. Ein kulinarisches Highlight sind definitiv die kleinen Garküchen, die überall zu finden sind. Hier gibt’s Pho, vietnamesische Nudelsuppe, in allen Variationen – meist mit Rind, aber auch mit Huhn oder Tofu und mit frischen Kräutern und Sojasprossen. Ab und zu wird man Zeuge davon, wie die Besitzer plötzlich herumwuseln und blitzschnell die ganzen kleinen Plastiktischchen und –stühle zusammenpacken. Das ist dann ein Zeichen, dass die Polizei naht, die dieses Hab und Gut sonst mitnimmt. Typisch für Vietnam: Nachdem die Polizisten weg sind, wird wieder gelacht, alles wieder aufgebaut und gute Laune verbreitet. Neben den köstlichen Suppen werden die Geschmacksknospen in Vietnam mit etlichen Reisgerichten, frischen Sommerrollen, Frühlingsrollen und anderen Köstlichkeiten verwöhnt. Verpasst nicht das „bia hoi“, das frische Fassbier, das man am Straßenrand bekommt, und den leckeren, starken vietnamesischen Kaffee – Tipp: Caphe sua da – kalter Kaffee mit Kondensmilch. Mhhhh, das lässt die Herzen von Koffeinjunkies höher schlagen.

Die besten Arten, Vietnam zu erkunden

Vietnam kann man auf viele verschiedene Arten erkunden. Neben den billigen Inlandsflügen gibt es ein gut ausgebautes Zug- und Busnetz. Mehr Platz als in den Schlafbussen haben großgewachsene Europäer in den Schlafwagons der Züge – zum etwa selben Preis. Bus und Zug können in der Regel direkt in den Unterkünften gebucht werden. Lediglich während der Feiertage, beispielsweise in der Woche nach dem vietnamesischen Neujahrsfest, sind alle Verkehrsmittel stark ausgebucht, also in diesem Fall schon früh Tickets kaufen!

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Das wichtigste Verkehrsmittel in Vietnam sind aber ganz klar Mopeds. Durch sie wird das Überqueren einer Straße definitiv zum Abenteuer. Der Trick ist, nicht zögerlich zu sein und sich einfach durch die Roller durchzuschlängeln – auch wenn man jedes Mal von Neuem verwundert ist, dass man heil auf der anderen Straßenseite angekommen ist. Etwas können wir davon aber auf jeden Fall lernen: Einen Roller ausleihen ist definitiv die beste Möglichkeit, die Gegend zu erkunden. Also mach’s wie die Einheimischen! Auf dem Roller siehst du Orte und kleine Dörfer, die du sonst verpassen würdest und bekommst einen Einblick in das alltägliche Leben des sozialistischen Landes.

Träumst du auch von einer Reise nach Vietnam?

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Viktoria Troescher

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