Von Palmen und Phöniziern: 7 Orte, die man in Tunesien unbedingt sehen sollte

Von Palmen und Phöniziern: 7 Orte, die man in Tunesien unbedingt sehen sollte

Wenn du einmal einen Fuß auf den tunesischen Boden gesetzt hast, verliebst du dich ganz schnell in dieses kleine Land, seine Leute und seine Sehenswürdigkeiten. Der Duft von Jasmin in der Nase, das aufgeregte Treiben in den Straßencafés vor den Augen und die lautstarken Gespräche der Menschen in den Ohren haben mich seit dem ersten Besuch gefesselt und so lange nicht mehr losgelassen, bis ich schließlich endgültig meine sieben Sachen gepackt und Tunesien zu meiner Wahlheimat erklärt habe.

Ganz so weit musst du ja nicht direkt gehen, aber wenigstens eine Reise nach Tunesien möchte ich dir doch ans Herz legen. Abseits der üblichen „backpackers’ worst nightmares“, wie Port El Kantaoui (auch wenn dir andere Reiseführer erzählen wollen, dass es sich hierbei um einen total schönen und sehenswerten Hafen in der Nähe der Touristenhochburg Sousse handelt), gibt es hier jede Menge zu erkunden – von modernen Großstädten mit arabisch-mediterranem Puls über angenehm touristenarme Dörfer bis hin zu atemberaubenden Landschaften, die von Geschichten aus tausendundeiner Nacht träumen lassen.

Nur gute zwei Flugstunden von Deutschland entfernt (und absolut budget- und rucksackfreundlich) warten die schönsten Orte Tunesiens nur darauf, von dir entdeckt zu werden. Einige davon stelle ich dir hier vor, aber ich bin mir sicher, dass du noch so viele andere ganz allein entdecken und zu deinen liebsten Erinnerungen machen wirst.

Das Bardo Nationalmuseum

Ja, hierbei handelt es sich wohl um eine ziemlich offensichtliche Sehenswürdigkeit – das Nationalmuseum eben. Aber: ES. LOHNT. SICH. Abgesehen davon, dass du hier einige der größten zusammenhängenden Mosaike weltweit bestaunen darfst, ist auch das Gebäude an sich einfach einen Besuch wert.

Zum einen gibt es den Neubau, der mit seiner luftigen Architektur aus hohen Decken und schlichten Formen den antiken Ausstellungsstücken einen perfekten Hintergrund gibt. Und dann ist da noch der Altbau: Der ehemalige Palast des Beys, aus der Zeit, als Tunesien unter türkischer Herrschaft stand. Atemberaubend schöne Deckenmalereien, unfassbare Fliesenmuster und Wandgestaltungen, so weit das Auge reicht – du weißt gar nicht, ob du dich auf die Exponate oder auf das Gebäude selbst konzentrieren sollst. Für umgerechnet knapp 4 € Eintritt kannst du dir hier dieses besondere Strahlen in die Augen zaubern lassen, das nur ein Museumsbesuch einer solchen Art verursachen kann. Extra-Tipp: Das Museum liegt ziemlich im Zentrum von Tunis und mit dem Taxi bist du schnell und günstig in der Altstadt, in der du zahlreichen Kunsthandwerkern bei der Arbeit zusehen und auch das ein oder andere Mitbringsel erstehen kannst – den Preis zu verhandeln ist hierbei natürlich Ehrensache!

Das Bardo Nationalmuseum schimmert im Glanz der Fliesen

El Djem

Mit einer „Louage“ (also einem der vielen Kleinbusse, die im ganzen Land unterwegs sind) extrem günstig zu erreichen, lockt El Djem mit einem beeindruckendem römischen Amphitheater – ganz ohne stundenlanges Anstehen und nervigem Gedränge zwischen Touristenmassen. Wenn du also ganz in Ruhe auf den Spuren der Römer schlendern möchtest, bist du hier genau richtig. Für alle Liebhaber guter Klänge: Mehrmals im Jahr finden im Amphitheater Musikfestivals statt. Von klassischer Musik bis hin zu Jazz und World Music geben lokale und internationale Größen vor einmaliger Kulisse ihr Können zum Besten.

Atemberaubende römische Ruinen in el Djem

Sidi Bou Said

Jeder, mit dem du dich in Tunesien über Sidi Bou Said unterhältst, wird dir früher oder später erzählen, dass der Ort mal zu Nummer 13 oder 14 auf der Liste der schönsten Dörfer gewählt wurde. Welcher Platz es jetzt genau war und wer diese Liste eigentlich veröffentlicht hat, ist eigentlich nebensächlich. Fest steht: Der- oder diejenige hatte zumindest eines: absolut Recht. Eine schmale, recht steil ansteigende Straße aus blank gelaufenem Kopfsteinpflaster führt in das historische Dorf, das auf einem Hügel liegt und für seine Häuser mit weißen Fassaden und blauen Fensterläden berühmt ist. Ein Spaziergang führt durch verwinkelte Gassen, vorbei an Kunstgalerien und traditionellen Geschäften bis zum Endpunkt des Dorfes, an dem dich eine der schönsten Aussichten über das Mittelmeer erwartet.

Ein absolutes Muss: Im Café des Nattes, welches schon dem Künstler August Macke als Motiv für eines seiner berühmtesten Bilder diente, einen traditionellen Minztee mit Pinienkernen („thé bil bunduq“) schlürfen und die vorüberziehenden Leute beobachten.

Ein Traum aus blau und weiß – die Häuser von Sidi Bou Said 

La Marsa

Einst verschlafenes Fischerdorf, hat sich dieser direkt am Meer gelegene Vorort von Tunis zu einem echten Hotspot entwickelt. Hier mischen sich Tradition und Moderne auf so unangestrengte Weise, dass sich der Ort sofort in dein Herz schleicht. Mein Tipp für einen perfekten Tag in La Marsa: in der Markthalle allerlei Leckereien kaufen, in einem der vielen Concept-Stores einen handgewebten Fouta (ein traditionelles tunesisches Handtuch) ergatterm und – ganz wichtig – erstmal ab zum Strand. Nachmittags kannst du dann im schon seit Ewigkeiten bestehenden Café Saf Saf einem Kamel hallo sagen (ja, in diesem Café wohnt tatsächlich ein Kamel. Genauer gesagt eine Kameldame – und sie könnte dir auch bei ihrem täglichen Spaziergang auf der Straße entgegenkommen) und abends im Carpe Diem zu feinsten Elektro-, Hip Hop oder Rockbeats tunesischer Künstler die Nacht durchtanzen, natürlich mit einem kühlen Getränk in der Hand – vorzugsweise einem lokalen Bier.

Lichterketten, neue Freunde und warme Sommernächte in La Marsa 

Carthage

Carthage liegt ganz in der Nähe von La Marsa und Sidi Bou Said, im „Banlieue Nord“ von Tunis. Mit dem Taxi sind es ca 5-10 Minuten (für nur ca. 1-2 €) zwischen den drei Orten, doch ich kann dir nur raten, den Rucksack zu packen und die Strecke in ca. 20-45 Minuten (je nach Startpunkt) zu laufen. Hierbei kannst du direkt am Straßenrand die ersten Ruinen entdecken, für die Carthage so berühmt ist: Überreste phönizischer Siedlungen und römischer Thermen erstrecken sich quer durch den ganzen Ort und im Amphitheater kannst du sogar regelmäßig Konzerte und Theaterstücke besuchen. Das schöne: Über drängelnde Touristenströme und akute Platznot brauchst du dich dabei wirklich nicht zu ärgern – wahrscheinlich wird dir auf dem Gelände höchstens eine Hand voll Leute begegnen.

Zwischen so viel Geschichte gibt es aber auch einige neuzeitliche Geheimtipps, wie zum Beispiel das Kulturzentrum CinéMadart, in welchem du die Arbeit junger tunesischer Künstler aus den Bereichen Film, Theater und Musik entdecken kannst.

Ruinen so weit das Auge reicht in Carthage

Cap Bon

Im Nordosten Tunesiens gelegen ist Cap Bon eine Gegend, die für ihre außergewöhnlich schönen Landschaften, guten Wein und einsamen Strände bekannt ist. Cap Bon ist perfekt, wenn du ein Fan von abgelegenen Gästehäusern und lauen Abenden am Lagerfeuer bist. Außerdem kannst du hier auf die direkt an den Strand grenzenden Hügel wandern und dabei die schönsten Sonnenauf- und -untergänge genießen. Und wenn du Lust auf Gesellschaft hast: Über soziale Netzwerke findest du Infos über viele organisierte Campingausflüge, bei denen du neue Leute kennenlernen und in die lokale Kultur eintauchen kannst – viele junge Tunesier lieben ihre Zelte und Rucksäcke und sind hier beim Camping in freier Natur anzutreffen.

Natur, Strände und Camping in Cap Bons toller Szenerie 

Djerba

Pauschaltouristen, die sich den ganzen Tag lang die Sonne auf den Bauch braten lassen und ihn sich dann abends am All-Inclusive-Buffet voll schlagen? So Neunziger! Djerba ist so viel mehr als bloße Bettenburgen und Standardurlaub. Nicht umsonst hat die Insel den Beinamen „la douce“ – die Sanfte – denn hier liegt einfach etwas ganz besonderes in der Luft. Du kannst dich wunderbar in den schmalen, schattigen Gassen der Altstadt von Houmt Souk verlaufen, nur um dann zufällig in einem der vielen kleinen Künstlerateliers zu landen, in denen du den Malern und Kalligrafen nicht nur bei der Arbeit zuschauen kannst, sondern auch gleich noch ein perfektes Souvenir findest, das du später zuhause stolz an deine Wand hängen wirst.

 

Hast du schon tolle Orte in Tunesien entdeckt? Erzähle uns in den Kommentaren davon!

 

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sarahheuser

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