Streifzug durch Kreuzberg, Teil 1: Bunt, wild, kreativ, aufsässig

Streifzug durch Kreuzberg, Teil 1: Bunt, wild, kreativ, aufsässig

Dicht besiedelt, multikulti, viel Kunst- und Kulturleben, Treffpunkt der alternativen Szene und von Partygängern aus aller Welt: Kreuzberg fusionierte 2011 zu Kreuzberg-Friedrichshain und ist eines der derzeit angesagten Szenevierteln in Berlin. Nina vom Grand Hostel Berlin zeigt euch die besten Ecken.

die besten Ecken

Wir beginnen unseren Streifzug ganz gemächlich am U-Mehringdamm. Direkt hier findet sich eine der wohl bekanntesten Currywurst-Buden in Berlin: Curry 36. Die Wurst mit und ohne Darm, dazu leckere Pommes, bekommt man hier an 365 Tagen im Jahr, zwischen 9 Uhr morgens bis 5 Uhr früh. Egal, ob man um 23 Uhr abends dort lang schlendert oder um 4 Uhr früh – es ist immer Hochbetrieb.

Die Currywurst wird übrigens in Deutschland pro Jahr rund 800 (!!!) Millionen Mal verdrückt. Sie wurde von der Berlinerin Herta Heuwer „erfunden“ und 1949 erstmals verkauft. Eine C-Wurst zu essen, egal an welcher Straßenecke, ist also für Berlin-Besucher ein Muss. Echte Fans statten übrigens dem Currywurst Museum in Stadtmitte einen Besuch ab.

Ebenfalls am Mehringdamm befindet sich Mustafas-Gemüsedöner-Bude. Auch diese ist auf wundersame Weise sehr populär geworden und die Wartezeit beziehungweise die Warteschlange übertrifft schon seit einigen Jahren die von Curry 36. Also am besten anstellen, bevor der Magen knurrt. Wir begeben uns weiter den Mehringdamm hinunter bis zur Bergmannstraße und somit in den Bergmannkiez – eine meiner absoluten Lieblingsecken in Berlin.

lieblingsecken in berlin

Hier gibt es nur individuelle kleine Läden, keine großen Ketten, kein Mainstream. Türkische Trödelhändler im Keller, Second-Hand im Hinterhof (bei „Colours“ gibt es eine riesige Auswahl an schillerbunter Vitage-Mode, die man per Kilo ersteht), „HERRLICH“ der Laden nur für den Mann, das Café Barcomis mit seinem selbst gerösteten Kaffee und wundervoll gehaltvollen Kuchen und und und …

und und und

Ganz am Ende der Bergmannstraße befindet sich eine der drei Markthallen, die den Krieg überlebten und heute wieder genutzt werden. In der Marheineke Halle gibt es viel leckeres Essen und im Obergeschoss seit Kurzem auch die dritte Zweigstelle von VEGANZ – vielfältige Auswahl und völlig frei von tierischen Produkten (vegan eben). Jeden Samstag findet man hinter der Markthalle am Marheinekeplatz einen kleinen, aber feinen Flohmarkt. Selbst gemachte Marmelade, geschneiderte Kinderhöschen mit Apfelmotiven, 70er-Jahre-Sessel, Leuchtreklamebuchstaben, Schallplatten und natürlich Klamotten werden hier gehandelt.

Auf dem Rückweg wieder am Mehringdamm angekommen, überquert man den Damm und biegt links in die Methfesselstraße ein. Hier erinnert an einer alten verwitterten Backsteinmauer eine Gedenktafel an Konrad Zuse – den Erfinder des Computers! Jaaaa, richtig gelesen! Hier in einer Kreuzberger Hinterhofwohnung nahm 1941 alles seinen Lauf …

alles seinen lauf

Weiter gerade aus – bergauf. Für Architekturbegeisterte lohnt sich ein Abstecher in das Viktoria-Quartier. Die Gebäude der einstigen Tivoli Brauerei und später der Schultheiss-Brauerei wurden und werden seit 1999 zu Wohnanlagen, Penthouses, Lofts und Ateliers umgebaut. Der alte Charme der Gemäuer wird dabei erhalten.

dabei erhalten

Gleich nebenan ist der Viktoriapark mit Wasserfall – bzw. der Kreuzberg. Entweder ihr „besteigt“ den 66 Meter hohen Berg, welcher der Namensgeber des Bezirkes ist, und bestaunt Berlin von oben oder / und ihr lauft bergab und begebt euch in den Biergarten Golgatha, um in einer der Hollywoodschaukeln ein Bierchen zu zischen.

Nicht weit entfernt, am U-Bahnhof Platz der Luftbrücke, steht das Luftbrückendenkmal. „Die Hungerkralle“ – wie der Berliner sagt – steht für die drei Luftkorridore über welche Berlin während der Blockade aus der Luft mit Lebensmitteln versorgt wurde. Das Luftbrückendenkmal befindet sich schon in dem Kreuzberg angrenzenden Bezirk Tempelhof – Schöneberg. Trotzdem möchte ich einen kleinen Schwenk machen. Denn der stillgelegte Flughafen ist ein fantastischer Zugewinn für die Berliner, die Besucher sowie Flora und Fauna.

flora und fauna

Beginnen wir mit dem Gebäude des ehemaligen City Airports. Das drittgrößte zusammenhängende Gebäude der Welt ist seit 2008 stillgelegt und wird nur noch teilweise für Events genutzt. In diesem immensen Bauwerk werden übrigens sehr spannende und geschichtsträchtige Touren angeboten. Sehr empfehlenswert!

Hinter dem Monumentalbau erstreckt sich die größte innerstädtische Freifläche Europas: das ehemalige Flugfeld – das Tempelhofer Feld. Diese grüne Lunge Berlins sollte nach seiner Stilllegung teilweise bebaut werden. In einer Volksabstimmung 2014 stimmten die Berliner jedoch gegen die Randbebauung. So ist das Tempelhofer Feld – auch Tempelhofer Freiheit genannt – nun zum neuen Kreativraum geworden. Urban Gardening (die kleinen Gärten sind wunderschön anzusehen), Drachenfeste, grillen und chillen am Rollfeld. Steigt aufs Rad, aufs Skateboard, mietet euch eines der vielen Spaßradmobile und rollt auf den einstigen Landebahnen einmal rund herum… Toll!

toll!

Zurück nach Kreuzberg. Weiter geht es zum U-Bahnhof Kottbusser Tor – oder umgangssprachlich zum „Kotti“. Hier wird es schon etwas wilder und kreativer. Wandgemälde, Tags, Graffiti auf jeder noch so kleinen Freifläche. Vom Kottbusser Tor geht die Oranienstraße ab. Die auch kurz „O-Straße“ genannte Meile ist, besonders im östlichen Teil, geprägt von Restaurants, Bars, Kneipen und kleinen Läden. Die O-Straße liegt im ehemaligen Postleitzahlenbereich 36, nach dem auch der bekannte Club „SO36“ benannt ist. Am 1. Mai war die Oranienstraße regelmäßig Schauplatz von Straßenschlachten zwischen Autonomen und der Polizei. Seit einigen Jahren findet hier das MyFest statt, um die Situation um den Maifeiertag zu beruhigen.

maifeiertag zu beruhigen

Wer vom Oranienplatz gen Nord-Osten dem Grünstreifen folgt, wird am Ende das Café Engelbecken entdecken und von der sensationellen Location inmitten der Großstadt überrascht sein. Sommer wie im Winter entspannt man hier am See, eingebettet in eine kleine feine Parkanlage, als wäre man fernab von der Großstadt. Die Frösche quaken, die Enten schnattern und auf der Seeterrasse weht einem das Schilfgras um die Nase. Kaffee trinken und verschnaufen.

und verschnaufen

Zeit für eine kurze Pause… Weitere Lieblingsplätze von Nina vom Grand Hostel Berlin in Kreuzberg könnt ihr in zwei Wochen hier auf unserem Blog lesen.

Seid ihr schon gespannt? Was ist euer Lieblingsort in Kreuzberg! Verratet ihn uns in den Kommentaren unten.

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Amy Dutton

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