Klein aber oho: Tauche ein in die spannende Welt des Libanons

Klein aber oho: Tauche ein in die spannende Welt des Libanons

Der Sommer ist da, du hast noch keinen Trip geplant und die altbekannten Fragen schwirren durch deinen Kopf: Möchtest du dieses Jahr einfach nur am Strand liegen und in der Sonne bei einem guten Buch den Blick auf das Meer genießen? Oder bist du eher ein Abenteuertyp, den es in die Natur und in die Berge zum Hiken zieht? Hast du einfach nur Lust auf Städtetrips und ein aufregendes Nachtleben? Oder willst du dich auf deinen Reisen auch immer etwas weiterbilden und die Kultur eines Landes erkunden? Du kannst dich nicht entscheiden und willst am liebsten das komplette Paket, aber das ist quasi unmölich? Dann warst du noch nicht im Libanon! Oh ja, das kleine Land am Mittelmeer ist neben seinen berühmten Falafeln und dem unglaublichen Hummus auch als Reiseland ein absoluter Top-Tipp, denn auf nur knapp 10.500 km2 gibt es so einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Mache dich bereit für dein neues Traumziel!

Einreise in den Libanon

Das erste Highlight erwartet dich bereits beim Anflug auf die Stadt Beirut, die den einzigen Flughafen des Landes besitzt. Während der Landung wirst du noch etwas vergeblich nach der Landebahn Ausschau halten, denn auf der einen Seite blickst du auf das wunderschöne Mittelmeer, auf der anderen befinden sich mit Olivenbäumen bewachsene Gebirgszüge und in der Mitte das Stadtbild Beiruts. Alles zusammen ergibt zu jeder Tageszeit einen atemberaubenden Anblick, durch den du dich garantiert sofort in das Land verlieben wirst. Sobald das Flugzeug die doch etwas versteckte Landebahn berührt, beginnt dein Abenteuer – beziehungsweise die Passkontrolle. Dabei geht es zur Hauptreisezeit, zwischen Juni und September, an dem sonst sehr überschaubaren Flughafen immer etwas chaotisch zu. Um ein Visum brauchst du dich erst dort zu kümmern, indem du ganz einfach einen Einreisezettel ausfüllst. Diese liegen in der Halle vor dem Kontrollbereich aus oder werden bereits kurz vor der Landung im Flugzeug verteilt. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, solltest du neben den üblichen persönlichen Angaben deine Passnummer, das Ausstellungsdatum und den Ort sowie die Adresse deiner Unterkunft bereithalten, da diese auf dem Formular abgefragt werden. Falls du vorher schon einmal nach Israel gereist bist, empfiehlt es sich, einen neuen Reisepass oder einen Zweitpass zu beantragen. Aufgrund der angespannten politischen Situation sind israelische Stempel bei den libanesischen Beamten nicht gern gesehen und können sogar zu einer Verweigerung der Einreise führen – also, lieber auf Nummer sicher gehen! Wenn du dann endlich den Einreisestempel in deinem Pass hast, mit dem du nun einen Monat im Land bleiben darfst, kann die Reise endlich losgehen!

Beirut

Der erster Blick auf Beirut 📸: @chrumo on Unsplash

Der Flughafen liegt ungefähr 7 km vom Stadtzentrum entfernt und je nach Verkehr wird die Fahrt in die Stadt zwischen 15 Minuten und einer Stunde dauern. Du findest zwar, wie gewöhnlich, Taxis vor dem Flughafen, jedoch empfehlen wir, deinen Transport schon vorher zu organisieren – entweder direkt über die Unterkunft oder per Uber, da beides in der Regel günstiger ist. Außerdem wirst du mit der Adresse deines Hostels nicht weit kommen, da die Taxifahrer sich nicht an Straßennamen, sondern an bekannten Plätzen orientieren.

Der Osten trifft auf den Westen trifft: Beirut

Wenn du es dann in deinem Hostel geschafft hast, kannst du endlich Beirut unsicher machen. Diese Metropole wurde vor dem Bürgerkrieg als „Paris des Nahen Ostens“ bezeichnet und ist schnelllebig, modebezogen, sehr freundlich und etwas chaotisch, sodass du auf jeden fall 2-3 Tage einplanen solltest. Auch wenn das historische Zentrum nach dem Bürgerkrieg fast vollständig zerstört wurde, verbindet Beirut den westlichen mit dem nahöstlichen Lifestyle und die Moderne mit  der Historie, mit einer charmanten Eleganz.

In den Gassen von Beirut 📸: Frode Bjorshol 

Beiruts Stadtmitte ist der modernste und teuerste Stadtteil. Inmitten von Geschäften, die man so auch auf der Champs-Élysées findet, steht die imposante Mohammed al Amin Moschee – direkt neben der maronitischen und griechisch-orthodoxen St. GeorgsKathedrale. An einem Freitagabend ist es hier besonders belebt, denn dann trifft sich das „Who-is-Who“ des Landes und die jüngere Generation, um entspannt aber stilvoll die Woche ausklingen zu lassen. Wenn du nicht so der Partylöwe bist und einfach nur mal in aller Ruhe an den eindrucksvollen Schaufenstern entlangschlendern möchtest, solltest du das Zentrum an einem Sonntagmorgen besuchen. Zu dieser Zeit wird noch kaum jemand unterwegs sein, sodass du die Stille der sonst so pulsierenden Stadt genießen und #instagrammable Fotomotive, wie den Uhrenturm auf dem Place de l’Étoile, ganz für dich alleine haben kannst – ohne darauf warten zu müssen, dass gerade mal niemand durch das Bild läuft.

Beiruts charmante Straßen 📸: Frode Bjorshol 

Hafen-Glamour: Zaitunay Bay

Wenn dir nach deinem Trip in der Luxusstadt Beirut das Leben der Reichen und Schönen noch nicht zum Hals raushängt, solltest du unbedingt zur Zaitunay Bay fahren. Hier kannst du dir eine edle Tasse Kaffee in einem der süßen Cafés gönnen und auf einer der Bänke oder direkt am Steg den Blick auf Beiruts Yachthafen genießen, in dem sich ein luxuriöses Schiff an das andere reiht. Von Zaitunay Bay hast du, entlang der Küstenstraße und vorbei am alten und neuen Leuchtturm, einen tollen Blick auf das Mittelmeer. Nicht weit davon entfernt findest du dann auch Beiruts wohl bekannteste Sehenswürdigkeit – die Taubenfelsen, auch Raouche genannt. Die beiden ca. 60 m hohen Felsen vor der Küste sind als Überbleibsel prähistorischer, geologischer Bewegungen ein Einblick in längst vergangene Zeiten. Wenn dir nach etwas Romantik zumute ist, solltest du hier unbedingt vor oder nach deinem Spaziergang an der Corniche zum Sonnenuntergang vorbeischauen und den Augenblick sowie das atemberaubende Lichtspiel der untergehenden Sonne auf dem Meer genießen.

Die beeindruckenden Taubenfelsen nahe Beirut darfst du nicht verpassen

Für den Hipster in dir: Der alternative Stadtteil Hamra

Genug vom Luxus? Wie wäre es mit einem kleinen (bezahlbaren) Einkaufsbummel auf der Hamra Street? Ein gemütlicher Spaziergang lohnt sich hier ganz besonders abends, denn zwischen zahlreichen Geschäften findet man viele süße Restaurants und Cafés, die für Beirut vergleichsweise günstig sind. Der Stadtteil Hamra gilt als alternativ und hip und ist unter jungen Menschen und Studenten sehr beliebt, da du hier auch die renommierte American University of Beirut findest. Sollte dein Hostel in Hamra liegen, kannst du alles perfekt zu Fuß erkunden. Ansonsten gibt es Sammeltaxis, die je nach Fahrtstrecke 1-3 € kosten und dich bei allen bekannten Orten und den Museen der Stadt absetzen. Wenn du dich für die Geschichte des Libanons interessierst, statte dem Nationalmuseum unbedingt einen Besuch ab. Es wurde 1942 offiziell eröffnet und gilt als eines der besten Museen für phönizische Ausgrabungsobjekte (falls du bei deinen Reiseberichten schon immer mal das Wort „phönizisch“ benutzen wolltest).

Hoch hinaus: Jounieh und Harissa

Ca. 15 km nördlich von Beirut liegt der beliebte und (natürlich) luxuriöse Küstenort Jounieh. Fun Fact, falls du ein Rekordjäger bist: Jounieh ist mit 350.000 Einwohnern die größte maronitisch-christliche Stadt der Welt. Besonders berühmt ist der Ort jedoch für sein pulsierendes Nachtleben. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass man hier das Casino du Liban findet. Es wurde 1959 eröffnet und 1996 einmal komplett renoviert. Neben Spielautomaten, Spieltischen, einem Nachtclub und mehreren Restaurants kannst du hier auch eine der regelmäßig stattfindenden Shows im dazugehörigen Theater besuchen. Doch auch für Nicht-Nachtschwärmer hat Jounieh einiges zu bieten. Das absolute Highlight ist Teleferique Jounieh, eine 1945 eröffnete Drahtseilbahn, die zum wichtigsten libanesischen Wallfahrtsort Harissa führt. Die ca. zehnminütige Fahrt bringt dich über eine der Hauptverkehrsstraßen, dicht vorbei an den Balkons der Hochhäuser der Stadt, in das in 570 m hoch gelegene Harissa und ist definitiv nichts für schwache Nerven oder Höhenangst. Eine Einzelfahrt kostet je nach Wochentag ca. 3-4 € oder, falls du damit auch wieder zurückgebracht werden möchtest, ca. 5-6 €. Auf der Aussichtsplattform hast du einen unglaublichen Blick auf das Mittelmeer, Beirut und die Bucht von Jounieh. Von hier aus kannst du nun entweder mit einer kleinen Bergbahn bis zur Bergspitze fahren oder zu Fuß zu der 650 m in die Höhe ragende, weiß angestrichene Statue der Jungfrau Maria klettern. Auch sie ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten des Libanons. Wenn du kurz vor Sonnenuntergang kommst, hast du von hier oben eine wundervolle Aussicht auf die über dem Meer untergehende Sonne. Die Seilbahn ist dir zu langweilig und du brauchst mehr Action? Dann solltest du ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen und einen Paragliding-Flug über Jounieh buchen. Eine einstündige Einweisung und der spektakuläre, 20-minütige Flug kosten ungefähr 100 € und können vorab auf der Website des Skilebs gebucht werden.

Im Gleitflug über Jounieh 

Ein wahres Wunder: Die Jeita-Grotten

Einen weiteren Tagestrip von Beirut solltest du unbedingt zu den Jeita-Grotten machen. Die Tropfsteinhöhlen gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes und schafften es 2011 sogar bei der Abstimmung zu den „New 7 Wonders of Nature“ unter die Top 28 – Bravo! 25 km entfernt von der Hauptstadt hast du die Möglichkeit, ein ganz besonderes Naturschauspiel hautnah mitzuerleben. Der Eintritt kostet ca. 10,50 € und beinhaltet die Fahrt mit der Seilbahn zur oberen Grotte, die Besichtigung, den Transport mit einem kleinen Zug zur unteren Grotte und eine Bootstour durch diese. Dass Fotos nicht erlaubt sind, ist zwar ärgerlich – allerdings muss eine Kamera, die das atemberaubende Naturschauspiel in seiner vollen Schönheit richtig einfängt, erst noch entwickelt werden. Also lehn dich einfach zurück und genieße das Spektakel!

Der Hüter der Zeit - Jeita Grotte

Die Statue „Der Hüter der Zeit“ befindet sich vor der unteren Jeita Grotte

Zurück in die Zeit: Byblos und Tripoli

Von Beirut aus erreicht man Byblos, auf arabisch Jbeil, bei guter Verkehrslage innerhalb von einer Stunde. Die historisch bedeutsame Hafenstadt ist ein beliebter Veranstaltungsort für Festivals und für alle Kulturliebhaber ein Must-see. Nach einem Rundgang durch den historischen Souk, einem arabischen Basar, in dessen Gassen man zwischen den zahlreichen Souvenirläden und netten kleinen Cafés gerne mal die Zeit vergisst, gelangt man direkt an den kleinen Hafen der Stadt. Hier lohnt es sich, das gute Wetter bei einer Bootstour durch die Bucht zu genießen. Anschließend solltest du die alte Festung besichtigen, denn dort findet man auch eine Ausstellung zur Geschichte der Stadt. Noch ein Stück weiter nördlich, 85 km von Beirut entfernt, liegt Libanons zweitgrößte Stadt Tripolis, welche man mittlerweile ohne Bedenken besichtigen kann. Auch in Tripolis ist die wichtigste Sehenswürdigkeit eine alte Festung: Die Mons Peregrinus ist definitiv einen Besuch wert. Außerdem kannst du dich am schönen Stadtstrand entspannen oder dich in dem labyrinthartigen Souk verlieren.

Baalbek und Anjar

Die Top-Sehenswürdigkeit des Libanons findest du in der Bekaa-Ebene: In der Ruinenstadt Baalbek erwartet dich auf 1150 m Höhe die größte Tempelruine der Welt (ein weiterer Rekord für den Libanon!). Der größte und besterhaltenste Tempel dort ist der Bacchus-Tempel. Ein weiteres Highlight für Kultur-Fans findest du in Anjar: Abseits des modernen Stadtzentrums kannst du hier die Ruinen einer umayyadischen Stadt bestaunen. Danach solltest du unbedingt im Restaurant Shams vorbeischauen. Es gehört zwar eher zur höheren Preiskategorie, aber hier ist deine libanesische Mezze, der typische Vorspeisen-Mix aus Falafeln, Hummus, Baba Ghanoush, gefüllten Weinblätter, Kebbeh und frisch gebackenem Fladenbrot, jeden Euro wert. Wer würde nicht allein wegen des Hummus hierher reisen?

Unwiderstehlich – Libanesische Mezze

Auf dem Weg von Anjar zurück an die Küste solltest du versuchen, die Route über Deir Al Qamar einzuschlagen, denn neben der wundervollen Strecke, vorbei an den dichten Zedernwäldern durch die verschiedensten Landschaften des Libanons, kannst du so gleich zwei weitere Attraktionen des Landes besuchen: Der kleine Ort Deir Al Qamar liegt in 850 m Höhe nur 16 km entfernt vom Mittelmeer und ist der Veranstaltungsort für das jährliche Sommer-Festival. Im Palast Beit Ed Din, der Sommerresidenz des Präsidenten, finden zu der Zeit Klassik-Konzerte, Tanz-, Theater-, Oper- und Jazz-Aufführungen statt, bei denen nicht nur lokale Künstler, sondern auch internationale Weltstars wie Mariah Carey und Elton John bereits aufgetreten sind. Direkt gegenüber kann man im Schloss Moussa eine große Sammlung antiker Waffen bestaunen. Wenn dir die Naturlandschaft auf dem Weg von Anjar nach Deir Al Qamar gefallen hat, solltest du auf jeden Fall noch einen Abstecher nach Jezzine machen. Hier ziehen vor allem die von Zedern und Pinien umgebenen, 90 m hohen Jezziner Wasserfälle Reisende aus der ganzen Welt an. Insbesondere im Frühling und im Herbst sprudeln die Fälle besonders stark, bevor sie in der heißen Sonne etwas austrocknen. Zwischen Juni und August fällt nämlich kaum ein Tropfen Regen vom Himmel.

Handwerkskunst am Meer: Sidon

Von Jezzine aus sind es nur 22 km bis nach Sidon. In den engen Gassen des Souks kannst du zwischen den Souvenirläden in kleinen Geschäften das Handwerk der Tischler bewundern, die aus den verschiedensten Holzarten (auch aus Zedern) so einige Kunstwerke herstellen. Einer der Hauptausgänge des Souks führt direkt zur alten Festung der Stadt, die direkt vor der Küste liegt. Auf den idyllischen Mauern kann man den ganzen Nachmittag verbringen und einfach den Blick auf das weite Meer genießen. Da Entspannung hungrig macht, ist es gut, dass einer DER besten Falafel-Imbisse des Landes nicht weit ist. Auf der anderen Straßenseite, direkt gegenüber der alten Festung, verkauft Abu Rami leckere Sandwiches mit den wohl berühmtesten Kichererbsenbällchen, eingelegtem Gemüse, frischen Tomaten, einer Tahini-Sauce und ganz viel Petersilie. Bekommst du schon Appetit?

Die alte Festung von Sidon 

Ab in den Süden: Tyros (Sur)

Last but not least solltest du auf jeden Fall noch einen Trip in den Süden des Landes machen –  in Tyros kannst du nämlich zwei Ruinenstätten aus Römerzeiten erkunden. Vor den Toren der alten Stadt findest du die Reste eines alten Theaters und direkt an der Corniche eine etwas kleinere Ruine. Nach deinem Ausflug in die Vergangenheit liegen die schönen Cafés an der Strandpromenade nur einen Katzensprung entfernt. Da einige Teile der Stadt durch den Krieg in 2006 leider zerstört wurden, strahlt die Corniche heute einen ähnlich luxuriösen Charme wie Beirut aus. Allerdings sind die Preise hier nicht ganz so teuer, sodass sich der Blick auf das türkisblaue Meer bei einem Café oder einer Shisha noch viel entspannter genießen lässt. Falls du von dem Blick auf das Meer noch nicht genug bekommen hast (kann man davon jemals genug haben?) musst du auf jeden Fall an einem der Strände im Süden der Stadt ins klare, kühle Wasser springen. Du kannst dort aber auch einfach in der Sonne braten und an einem der schönsten Strände des Landes das Leben so richtig genießen.

Eine der mystischen Ruinenstätte in Tyros

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sarahheuser

All time tanned German with an obsession for beaches, sunsets and cheese.

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