Südafrika Guide: Plane deine Reise durch Südafrika

Südafrika Guide: Plane deine Reise durch Südafrika

  1. Einleitung
  2. Klima in Südafrika
    1. Beste Reisezeit für Kapstadt & Johannesburg
    2. Beste Reisezeit für die Garden Route
    3. Beste Reisezeit für Walbeobachtungen und Safaris
  3. Einreise, Visum und Zoll
    1. Südafrika Einreisebestimmungen
    2. Einreise und Visum für Kinder
    3. Zollvorschriften
  4. Gesundheit und Impfungen
  5. Fortbewegung und Transport
    1. Mit dem Mietwagen
    2. Mit dem Baz Bus
    3. Mit dem Zug
    4. Mit Fernbussen
  6. Sicherheit in Südafrika
  7. Währung und Geld
  8. Kosten und Budget für Südafrika
  9. Die Top Highlights der Garden Route
  10. 14 Tage Südafrika auf eigene Faust erkunden
  11. Kultur und Geschichte
  12. Essen und Trinken in Südafrika

Einleitung

Südafrika ist wohl eines der faszinierendsten und abwechslungsreichsten Länder unserer Erde. Hier treffen verschiedene Welten und Kulturen aufeinander, es erwarten dich einzigartige Landschaften und spannende Abenteuer. Ob ein Citytrip nach Kapstadt, eine Rundreise entlang der Garden Route, eine Safari in einem der vielen Nationalparks, eine Wanderung durch die mächtige Bergketten oder ein Besuch in einem traditionellen, afrikanischen Dorf – Südafrika hat für jeden Geschmack, jeden Geldbeutel und jeden Anlass etwas zu bieten.

Das Land steckt voller Überraschungen und verspricht einen unvergesslichen Urlaub. Südafrika verlässt man meist nur mit einem weinenden Auge. In unserem Südafrika Guide erfährst du alles zu den Themen Einreise, Visum, Unterkünfte, Route, Kosten, Highlights, Mietwagen, Geld und Co. Wir verraten Euch die spannendsten Abenteuer entlang der Garden Route und nehmen Euch mit, an eines der schönsten Enden dieser Welt.

Klima in Südafrika

Generell kannst du Südafrika das ganze Jahr über bereisen. Doch es gibt regionale Unterschiede, so dass man bestimmte Jahreszeiten empfehlen kann. Das Land lässt sich in drei Klimazonen einteilen:

An der Westküste ist es in den Sommermonaten trocken und warm, in den Wintermonaten feucht und kühl. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni bis September rund um Kapstadt. Im südafrikanischen Winter liegen die Temperaturen zwischen 15 und 20 °C. Im Sommer hingegen werden Werte bis zu 28 °C erreicht. Weiter nördlich entlang der Westküste führen deutlich geringere Niederschlagsmengen und Hitze zu Dürren.

Durch den warmen Agulhasstrom im Indischen Ozean herrscht an der Ostküste ein feuchtes und warmes Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt hier bei 21 bis 23 °C. Das Wasser des Indischen Ozeans ist deutlich wärmer als der kalte Atlantik. So kannst du vor allem an der Ostküste einen angenehmen Badeurlaub machen. Die beste Reisezeit für den Nordosten und der Ostküste sind die Monate von Juni bis August.

Im hoch gelegenen Binnenland ist es hingegen deutlich trockener. In den Sommermonaten zwischen Oktober und April fällt der meiste Niederschlag, wobei es zwischen Mai und September dann wieder ruhiger wird. Die Temperaturen erreichen im Sommer um die 25 °C in Johannesburg und in der Küstenwüste der Namib im Westen oft mehr als 30 °C. In kalten Winternächten kann es allerdings richtig kalt werden. Schnee und Frost sind in den Gebirgsgebieten keine Seltenheit. In den Monaten von Mitte Dezember bis Februar solltest du im Binnenland mit Hitze rechnen.

Die meisten Touristen kommen im Dezember und Januar, zu Ostern sowie in den Monaten Juli bis September (Ferienzeit). Du solltest am besten deine Unterkünfte rechtzeitig buchen. Gerade in Nationalparks können die beliebten Unterkünfte schnell ausgebucht sein.

Beste Reisezeit für Kapstadt und Johannesburg

Die beste Reisezeit für Kapstadt und die gesamte Kapregion ist von Oktober bis März. Das Thermometer erreicht im südafrikanischen Sommer Höchstwerte von bis zu 27 °C mit bis zu 10 Stunden Sonne pro Tag. Zwischen Mai und August fällt in und rund um Kapstadt der meiste Niederschlag.

Wenn du eine Reise nach Johannesburg planst, bieten sich vor allem die trockenen Monate zwischen Mai und September an. In der Regenzeit von Oktober bis April erblüht die Region. In Pretoria kommt es dann zu einem wunderschönen Naturspektakel. Rund 70.000 Jacaranda Bäume blühen im Oktober und November und verwandeln die Stadt in ein Meer aus lilafarbenen Blüten.

Beste Reisezeit für die Garden Route

Die Sommermonate sind gemäßigt warm, die Wintermonate mild. Während es in Kapstadt oft stürmisch zur Sache geht, ist es an der Garden Route oft angenehmer. Die Region gehört allerdings zu den niederschlagsreichsten Gebieten Südafrikas. Die Monate Juni, Juli und August bringen den meisten Regen. Je weiter du in Richtung Port Elizabeth fährst, desto mehr verlagert sich die Regenzeit in die Sommermonate. Die Garden Route kannst du dennoch das ganze Jahr über bereisen. Du solltest lediglich die richtige Kleidung dabei haben.

Im Sommer können Temperaturen um die 30 °C erreicht werden, während die Wassertemperatur dann bei 18 bis 19 °C liegt (manchmal mehr, manchmal weniger). Die beste Reizet für die Garden Route sind der Frühling und Herbst (September und Oktober sowie März bis Mai).

Beste Reisezeit für Walbeobachtungen und Safaris

Die meisten Touristen besuchen Südafrika, um Wale oder auch die Big 5 zu sehen. Für Walbeobachtungen bieten sich vor allem die Monate Juli bis Oktober an. Einer der besten Spots ist definitiv die Stadt Hermanus. Hier kannst du Südliche Glattwale sogar vom Land aus beobachten.

In den Monaten von Juli bis Oktober bieten sich auch Safaris bestens an. Zu dieser Zeit ist es in den Nationalparks recht trocken, weshalb sich die Tiere an den Wasserlöchern tummeln und man sie so einfacher entdecken kann. Nachts kann es jedoch ganz schön kalt werden.

Das Klima im Krüger Nationalpark ist subtropisch. In den feuchten Monaten (November bis April) sind die Tiere überall zu finden. In den sehr warmem und trockenen Monaten (Mai bis Oktober) sieht man die Tiere vor allem rund um die Flüsse und Wasserlöcher. Die Temperaturen liegen ganzjährig bei rund 27 °C. Den Krüger Nationalpark kannst du generell aber das ganze Jahr über bereisen, der beste Monat ist jedoch laut Klimadiagrammen und Statistiken der August mit angenehmen Temperaturen.

Einreise, Visum und Zoll

Südafrika Einreisebestimmungen

Für die Einreise nach Südafrika brauchen Staatsbürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorab kein Visum beantragen. Mit dem Reisepass, welcher bei Einreise noch mindestens 30 Tage gültig sein sollte und über mindestens zwei freie Seiten für Sichtvermerke verfügen muss, darfst du nach Südafrika einreisen. Bei Ankunft bekommst du eine Aufenthaltsgenehmigung („visitor’s permit“) von maximal 90 Tagen. Allerdings darf der Einreisebeamte vor Ort auch einen kürzeren Aufenthaltsdauer festsetzen.

Airline Carry On Rules📸@briannadamjanovic

Die 90 Tage sollten nicht überschritten werden, da sonst Einreiseverbote von bis zu 5 Jahren drohen. Wenn du für kurze Zeit in eines der Nachbarländer reisen und anschließend erneut nach Südafrika kommen möchtest, solltest du bedenken, dass es sich hierbei nicht immer um eine Ausreise handelt. Ein neues visitor’s permit wird in der Regel nur dann erteilt, wenn das alte komplett abgelaufen ist.

Südafrika-Visum für Kinder

Immer wieder kommt es zu Problemen bei der Einreise mit Kindern. Das liegt daran, dass sich die Eltern vorab nicht gut genug informieren. Kinder benötigen einen eigenen Reisepass mit Lichtbild. Es gelten die gleichen Bestimmungen wie bei Erwachsenen. Hinzu kommt, dass auch die Geburtsurkunde bei der Einreise in Südafrika vorgelegt werden muss. Aber Achtung: Es wird die internationale Geburtsurkunde verlangt (erhältlich im Bürgeramt der jeweiligen Stadt). Diese Urkunde sollte zudem im Original oder als beglaubigte Kopie vorliegen.

Minderjährige, die ohne Eltern oder mit nur einem Teil nach Südafrika reisen, brauchen eine eidesstattliche Erklärung des anderen Elternteils bzw. beider Eltern. Diese Erklärung muss in Englischer Sprache vorliegen, auch sollte eine Kopie des Reisepasses vom nicht anwesenden Elternteil vorgezeigt werden.

Zollvorschriften

Wenn du nach Südafrika reist, solltest du folgende Zollvorschriften beachten: Es dürfen nur Dinge des persönlichen Bedarfs und Gebrauchs mitgebracht werden. Dabei ist zu beachten, dass pro Person nur 1 Liter Spirituosen (Magenbitter, Liköre), 2 Liter Wein, 50 Milliliter Parfum, 200 Zigaretten (oder 20 Zigarren oder 250 Gramm Tabak) eingeführt werden dürfen. Erlaubt und zollfrei sind zudem Waren im Wert von 50.000 Rand (circa 340€).

Verboten ist das Einführen von Drogen, Waffen, Fälschungen und Giften. Viele Urlauber bringen natürlich Souvenirs zurück mit nach Europa. Hier gelten allerdings auch bestimmte Vorschriften. So darf Folgendes nicht eingeführt werden: Elfenbein, Raubtierfelle, lebende/ausgestopfte Tiere, Krokodil- und Schlangenhautprodukte, Korallen und Muscheln, Produkte aus Schildpatt, aufgespießte Schmetterlinge sowie Kakteen und Orchideen.

Gesundheit und Impfungen

Generell sind für die Einreise nach Südafrika keine Pflichtimpfungen vorgesehen. Solltest du allerdings aus einem Gelbfiebergebiet kommen, brauchst du den Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Prüfe vorab, welche Standardimpfungen noch aktuell sind und welche gegebenenfalls aufgefrischt werden sollten. Bei Erwachsenen gehören dazu Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio, Masern, Mumps und Röteln. Bei einem längeren Aufenthalt wird zudem eine Typhus- und Hepatitis-Impfung empfohlen. Aktuelle Informationen dazu bekommst du auf der Seite vom Robert Koch Institut.

In Südafrika gibt es generell nur wenige gesundheitliche Risiken. Vorsicht gilt allerdings in Malariagebieten. Nicht außer Acht lassen solltest du zudem den Fakt, dass mehr als 25 Millionen Menschen im Südlichen Afrika mit dem HIV-Virus infiziert sind. Die medizinische Versorgung ist in Südafrika allerdings ausgezeichnet, so dass du im Notfall bestens versorgt bist. In den Großstädten kannst du europäischen Standard erwarten. Besonders hoch ist die Qualität aber in privaten Krankenhäusern. Denke an eine gültige Auslandskrankenversicherung, welche du vor deiner Reise abschließen solltest. Diese Versicherung kostet dich nur ein paar Euro im Jahr und schützt dich für einen Auslandsaufenthalt von meist bis zu 8 Wochen.

Beim Thema Malaria ist besondere Vorsicht geboten. Ein erhöhtes Risiko besteht in den Monaten Oktober bis Mai in den nordöstlich gelegenen Tiefland-Gebieten (Limpopo, Mpumalanga, Krüger Nationalpark) sowie im Nordosten von KwaZulu-Natal. Während der Regenzeit wird eine Malariaprohylaxe empfohlen. Erkundige dich vorab aber im Tropeninstitut und lass dich beraten. In Südafrika bekommst du Prophylaxepräparate in jeder Apotheke rezeptfrei.

Generell gilt aber: Kein Parfum, After Shave oder andere Duftstoffe nutzen. Ab Beginn der Dämmerung solltest du helle und geschlossene Kleidung tragen. Trage zudem mückenabweisende Mittel auf Haut und Kleidung auf und schlafe (wenn möglich) unter einem Moskitonetz. Dein Zimmer oder Zelt solltest du regelmäßig mit Mückenspray besprühen. Das Mückenspray kannst du vor Ort in Südafrika in jedem Supermarkt erwerben. Diese Mittel sind weitaus besser und stärker, als jene Sprays in Deutschland.

Fortbewegung & Transportmöglichkeiten in Südafrika

Südafrika mit dem Mietwagen

Viele Reisende in Südafrika mieten sich vorab einen Leihwagen, um im Land der Kontraste einen abenteuerlichen Roadtrip zu unternehmen. Es ist sicherlich eine der populärsten Fortbewegungsmittel in Südafrika. Der Linksverkehr ist bei den meisten schon nach wenigen Minuten kein Problem mehr und auch die gut ausgebauten Asphaltstraßen machen das „Abenteuer Mietwagen“ zu einem leichten Unterfangen. Die Verkehrszeichen sind den europäischen Schildern sehr ähnlich. Doch auch in Südafrika gibt es einiges zu beachten:

Einen passenden Mietwagen findest du auf verschiedenen Plattformen, es lohnt sich, die Preise zu vergleichen – am besten geht das direkt beim Mietwagenvergleich von Hostelworld. Zudem ist es wichtig, dass du auf Leistungen wie z.B. Fahrzeugklasse, Haftpflichtversicherung, Höhe der Selbstbeteiligung, Zusatzfahrer, Fahrer unter 25 Jahre, Einwegmieten oder Grenzüberschreitungen achtest. Hier muss jeder allerdings für sich selbst entscheiden, welche Versicherungen er für notwendig hält. Die Kaution kannst du in den meisten Fällen nur mit Kreditkarte hinterlegen. Ein ausreichendes Kreditkartenlimit sollte also vorab eingerichtet werden. Pre-Paid, EC- und Debitkarten werden nicht akzeptiert. Generell reicht ein Klein- und Mittelklassewagen für deine Rundreise durch das Land. Solltest du allerdings beispielsweise den Sani Pass befahren wollen, ist ein Allradfahrzeug (4×4) notwendig.

Vorab solltest du dir zudem den internationalen Führerschein besorgen. Meist will den in Südafrika niemand sehen, doch bei einer Polizeikontrolle solltest du diesen vorzeigen können. Den internationalen Führerschein kannst du schnell und unkompliziert beim Bürgeramt/ Rathaus deiner Stadt beantragen. Innerhalb von Ortschaften darfst du nur 60 km/h fahren, auf Landstraßen 100 km/h und auf Autobahnen bis zu 120 km/h. Unterwegs kann es immer wieder zu Geschwindigkeitskontrollen kommen. Achtung: Auf einigen Nationalstraßen in Südafrika musst du eine Mautgebühr zahlen. Diese gebührenpflichtigen Abschnitte erkennst du an einem gelb eingekreisten „T“ (Tollroad).

Es wird davon abgeraten, bei Dunkelheit oder in der Nacht zu fahren. Zum einen laufen in vielen Gegenden Tiere und Menschen frei auf der Fahrbahn herum, zum anderen kann es durchaus zu Überfällen kommen. Leider hört man auch immer wieder Geschichten von korrupten Verkehrspolizisten, welche vor allem Touristen aus augenscheinlichen Gründen anhalten und Geld kassieren wollen. Diese Machenschaften sind in Südafrika illegal. Verweigere auf jeden Fall die Zahlung und verweise auf die „Roadside-Anti-Corruption-Initiative“. Sollte es zu solch einem Vorfall kommen, informiere auch die Mitarbeiter der Anti-Corruption-Hotline (082 451 7044) und merke dir im besten Fall das Kennzeichen des Polizeiwagens sowie den Namen des Polizisten/der Polizistin.

Der Baz Bus

Wenn du keine Lust auf einen eigenen Mietwagen hast, empfehlen dir die Fahrt mit dem Baz Bus. Dieser Bus ist bei Backpackern besonders beliebt und eine wirklich tolle Alternative zum Mietwagen. Das Besondere an diesem Bus: Er verbindet Kapstadt mit Johannesburg und ermöglicht das Ein- und Aussteigen an bestimmten Punkten. Der Bus bringt dich in 40 verschiedenen Orte, wobei er sogar in weniger bekannte Regionen, wie Umzumbe, Chintsa, Hogsback oder The Crags hält. Meist bringt dich der Bus sogar bis vor dein Hostel oder zumindest zu einem separaten Shuttle (dieser muss extra bezahlt werden). Mehr als 180 Hostels nehmen teil und so wirst du sicherlich die passende Unterkunft ansteuern können.

Routen und Extras

Das Unternehmen bietet sogar Touren und Ausflüge an, welche du schon vorab auf der Homepage buchen kannst. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Kaphalbinsel-Tour, einer 4-tägigen Safari-Tour durch den Krüger Nationalpark oder einem 5-tägigen Surf-Adventure? Das Coole an dem Baz Bus ist, dass du kein Ticket für die ganze Strecke kaufen musst, sondern auch nur Teilstrecken buchen kannst. Es gibt folgende Routen: von Kapstadt nach Johannesburg, von Kapstadt bis Durban oder auch von Kapstadt bis Port Elizabeth (gilt auch in die jeweils andere Richtung). Du kannst zum Beispiel auch ein Ticket von Kapstadt bis Jeffreys Bay erwerben oder von Durban nach Johannesburg.

Ticketpreise

Wenn du dein Ticket hast, musst du dich um eine rechtzeitige „Anmeldung“ der jeweiligen Fahrt kümmern. Du solltest deine Fahrt 72 Stunden im Voraus reservieren. Hier gilt: Solange noch ein Platz im Bus frei ist, kannst du mitfahren. Solche Reservierungen kannst du zudem problemlos bis kurz vor Abfahrt ändern oder stornieren. So bist du immer flexibel und kannst recht spontan durch Südafrika reisen. Es gibt zwei Arten von Tickets: Mit dem Hop-On-Hop-Off-Ticket kannst du für eine unbegrenzte Zeit in eine Richtung reisen (von West nach Ost oder von Ost nach West). So kostet die Strecke zwischen Kapstadt und Port Elizabeth beispielsweise 157€. Mit dem Travel-Pass kannst du für eine bestimmte Dauer (7, 14 oder 21 Tage) kreuz und quer im Baz-Bus-Netz reisen. Das Ticket für 7 Tage kostet 155€, für 14 Tage 220€ und für 21 Tage 268€ (Stand Preise: Februar 2018).

Mit dem Zug in Südafrika unterwegs

Neben dem Mietwagen und dem Baz Bus gibt es noch weitere Möglichkeiten, um in Südafrika von A nach B zu gelangen. Es gibt einige Züge, die durchs Inland fahren. Hier kannst du die Fernverkehrszüge mit den Nahverkehrszügen von Johannesburg, Durban und Kapstadt kombinieren. Die bekanntesten Verbindung ist die 1500 Kilometer lange Strecke zwischen Johannesburg und Kapstadt. Innerhalb von „offiziell“ 26 Stunden fährst du quer durch das einzigartige Land der Kontraste (plane weitaus mehr Zeit ein). Auf dieser Strecke kommt Südafrikas berühmtester Zug zum Einsatz – der Blue Train. Wenn du also mal eben 1000€ locker machen kannst, wirst du sicherlich ein unvergessliches Abenteuer erleben.

Aber es gibt auch kostengünstigere Alternativen. So gibt es den Shosholoza Meyl Train, welcher ebenfalls von Johannesburg bis Kapstadt fährt. Ein Sitzplatz kostet dich nur etwa 29€, ein Bett im Schlafabteil 52€. Und selbst für eine 2-er Schlafkabine zahlst du nur rund 105€. Der Zug fährt immer dienstags und freitags mit Ankunft am jeweiligen Folgetag. Von Kapstadt nach Johannesburg geht es an den gleichen Tagen wieder zurück. Rechne allerdings mit stundenlanger Verspätung und einem nicht optimalen Hygienestandard an Bord.

Mit dem luxuriöseren Zug „Premier Class“ kannst du nicht nur von Kapstadt nach Johannesburg und zurück fahren, sondern auch nach Durban, East London und Port Elizabeth. Die Wagons sind moderner und komfortabler ausgestattet. Pro Person musst du mit mindestens 210€ rechnen für ein privates Schlafabteil (inkl. Mahlzeiten). Der Zug verkehrt zwischen Johannesburg und Kapstadt nur einmal pro Woche, immer donnerstags mit Ankunft am Folgetag. Zurück geht es von Kapstadt aus immer dienstags mit Ankunft in Johannesburg am Mittwoch.

Sicherlich ist die Fahrt mit einem dieser Zügen ein unvergessliches Erlebnis. Für eine Rundreise empfiehlt sich diese Art der Fortbewegung aber nicht, weil man eben nur die Großstädte erreicht und nicht die vielen Highlights entlang der Küste oder im Inland.

Unterwegs mit den Fernbussen

Auch in Südafrika gibt es Fernbusse von verschiedenen Unternehmen. Diese sind selbst für eine Rundreise nicht völlig ungeeignet. Entlang der Küste von Durban bis nach Kapstadt gibt es Verbindungen, die für eine Rundreise interessant sein könnten. Mit dem Anbieter Greyhound kann man zum Beispiel folgende Tour unternehmen:

Kapstadt – Stellenbosch – Swellendam – Mossel Bay – Wilderness – Knysna – Plettenberg Bay – Storms River – Jeffreys Bay – Port Elizabeth – Durban.

Dadurch brauchst du dir keinen Mietwagen organisieren, kein Ticket für den Zug oder auch den Baz Bus kaufen. Wenn deine Rundreise in Kapstadt startet, könntest du sie in Durban beenden, ohne dass du zum Ausgangspunkt zurück musst. Die verschiedenen Anbieter (Greyhound, Translux und Intercape) bedienen ein bis dreimal täglich verschiedene Strecken zwischen Kapstadt und Johannesburg. Die Busse von Greyhound fahren sogar täglich nach Simbabwe und auch nach Mosambik.

Die Fahrt von Kapstadt nach Johannesburg dauert planmäßig 18 Stunden und kostet circa 700 bis 800 Rand (bis 50€). Auch hier solltest du natürlich mehr Zeit einplanen, unterwegs kann immer etwas dazwischen kommen.

Sicherheit in Südafrika

Generell ist Südafrika ein sicheres Reiseland für Touristen. Wie in vielen anderen Regionen dieser Welt kommt es aber auch hier zu Vorfällen. Aufgrund der Armut in vielen Regionen des Landes und der sozialen Ungleichheiten ist die Kriminalitätsrate recht hoch. Den meisten Reisenden passiert aber während einer Reise rein gar nichts. Mit gesundem Menschenverstand und der Beachtung von einigen wichtigen Punkten, kannst du das Risiko deutlich verringern.

Kopiere vor deiner Reise alle wichtigen Dokumente und Papiere, am besten du speicherst dir diese auch online ab. So hast du bei Verlust zumindest brauchbare Kopien. Wertsachen solltest du wie immer am besten Zuhause lassen oder wenn dann sicher im Zimmer verstauen oder im Safe einschließen. Wenn du deutlich sichtbare Wertgegenstände bei dir trägst, läufst du Gefahr, bei Dieben und Gaunern auf dem Radar aufzutauchen.

In der jeweiligen Unterkunft kannst du dich vor Ort erkundigen, welche Regionen der jeweiligen Stadt du eventuell meiden solltest. Alleinreisende sollten sich lieber einer Gruppe anschließen und nicht alleine durch Johannesburg laufen. Abends und nachts solltest du dich sowieso nicht draußen aufhalten und dunkle Wege und Gassen meiden. Willst du dennoch etwas unternehmen, besorge dir ein Taxi und lass dich bis vor die Tür fahren. Vermeide wenn möglich längere Wege durch die Dunkelheit.

Lass in Clubs und Bars niemals dein Getränk aus den Augen. Es kommt durchaus vor, dass K.O.-Tropfen sein Unwesen treiben. Immerhin wärst du nicht das erste Opfer, welchem Drogen und andere Mittel in den Drink gemischt werden. Aber das solltest du nicht nur in Südafrika beherzigen, sondern überall auf der Welt. Bei einem Überfall solltest du zudem keinen Widerstand leisten und Wertgegenstände ohne Gegenwehr aus der Hand geben. Die Gewaltbereitschaft ist in Südafrika schon recht hoch.

All diese Tipps solltest du in Kapstadt aber auch in Johannesburg, Durban und allen anderen Orte ernst nehmen. In Johannesburg solltest du dich wenn möglich nur mit Taxi oder UBER fortbewegen. Urlaubern wird selbst von einem Spaziergang zum Supermarkt abgeraten. Empfehlenswert ist das Stadtviertel Maboneng mit einer jungen, urbanen und aufstrebenden Szene. Auch Braamfontein ist ein hippes und angesagtes Viertel. In Kapstadt sieht die Lage etwas entspannter aus und du kannst dich auch zu Fuß ohne Probleme fortbewegen. Kapstadt ist eine recht sichere Stadt, dennoch kommt es auch hier immer wieder zu Einbrüchen und Diebstahl. Schalte deinen gesunden Menschenverstand ein und bewege dich mit offenen Aufgen durch die verschiedenen Städte.

Währung und Geld

In Südafrika zahlst du mit dem Südafrikanischen Rand (ZAR/R). Der Kurs liegt momentan bei rund 15 ZAR für 1 Euro. Geldautomaten und Banken findest du im ganzen Land. Banken sind u.a. die FNB, die Absa und die Nedbank sowie Standard Bank. Wechselstuben, wo du dein Bargeld tauschen lassen kannst, findest du in allen touristischen Städten. Hohe Bargeldsummen solltest du allerdings nicht im Gepäck tragen. Hole dir lieber kleinere Summen und gehe mehrmals zur Wechselstube oder zur Bank.

Am besten hebst du Geld mit einer Kreditkarte (Visa- oder Mastercard) ab. An jedem ATM bekommst du direkt die Landeswährung, an den meisten Automaten fallen zudem keine Gebühren an. Manche Banken sperren und blockieren aus Sicherheitsgründen Transaktionen in Südafrika oder generell auch im Ausland. Informiere deine Hausbank also vorab, dass du in Südafrika unterwegs sein wirst. Wenn möglich nutze nur Geldautomaten innerhalb einer Bank. Diese meist überwachten Automaten sind sicherer, als Automaten, die an der nächsten Straßenecke stehen. Dennoch sind manipulierte Geldautomaten leider weltweit ein großes Problem. Für solche Fälle solltest du die Notrufnummer deiner Bank griffbereit haben. Bei Missbrauch solltest du deine Kreditkarte sofort sperren lassen.

Kosten & Budget Südafrika

Südafrika kannst du generell sehr günstig bereisen. Die Kosten hängen allerdings mit den eigene Anforderungen und vielen weiteren Faktoren zusammen. Welche Art der Unterkunft soll es sein? Wie viele Ausflüge möchtest du unternehmen? Isst du lieber im Restaurant, Street Food oder verpflegst du dich selbst? Fährst du mit dem Mietwagen oder nimmst du lieber den Baz Bus? Wie lange reist du durch das Land und in welchem Tempo? Fragen über Fragen….

Für einen Kleinwagen kannst du je nach Saison mit 15 bis 25€ pro Tag rechnen. 1 Liter Benzin kostet momentan rund 1€. Hin und wieder musst du zudem Mautgebühren zahlen. Wenn du mit Mehrbettzimmern kein Problem hast, bekommst du dein Bett schon für 10 bis 15€ (manchmal sogar noch weniger) die Nacht. Hostels verfügen meist auch über private Zimmer, welche du schon für 25€ bis 40€ buchen kannst. Noch günstiger sind allerdings Zeltstellplätze. Im Südafrika gibt es viele Campingplätze und auch Hostels bieten hin und wieder Platz an. So kannst du schon für weniger als 6€ dein Zelt aufschlagen und die Annehmlichkeiten der Unterkunft (Dusche, Küche, Toilette etc.) nutzen.

Doppelzimmer in einfachen Hotels oder Pensionen bekommst du schon für 30 bis 50€, bei Familienzimmer plane 10 bis 20€ mehr ein. Nach oben sind wie immer keine Grenzen gesetzt. Wenn du dir mal so richtig etwas gönnen möchtest, findest du in Südafrika zahlreiche außergewöhnliche sowie luxuriöse Unterkünfte. Diese haben natürlich wie immer ihren Preis und da gibt es auch nach oben kaum Grenzen.

SantosExpress Train Lodge, @giumorizine

Santos Express 📸@giumorizine

Wenn du dich während deiner Reise selbst verpflegst, kannst du sicherlich einiges an Geld sparen. In den meisten Hostels und Gästehäusern kannst du die Küche nutzen und dein eigenes Essen zubereiten. Die Preise im Supermarkt sind vergleichbar mit unseren in Deutschland. Aber auch hier sind manche Waren teurer, andere hingegen günstiger. In Restaurants im niedrigen Preissegment kannst du mit 7 bis 10€ für ein Hauptgericht mit Getränk rechnen. In Restaurants im mittleren Preissegment mit 15 bis 30€ und in Restaurants mit gehobener Küche entsprechend mehr.

Wenn du als Backpacker im Land unterwegs bist, kannst du mit rund 35€ am Tag super auskommen (Unterkunft, Essen, Trinken etc.). Möchtest du hingegen in guten Hotels übernachten und öfter mal ins Restaurant gehen, rechne mit mindestens 80€ am Tag. Wie immer lässt sich schwer einschätzen, wie viel Geld du am Ende genau brauchst. Jede Reise ist genauso individuell, wie die jeweilige Reisekasse. Die einen zahlen 2000€ für ihre Rundreise, die anderen nur 1200€.

Die Top Highlights entlang der Garden Route

Die meisten Touristen besuchen während ihrer ersten Reise die Kapregion, die Garden Route und/oder den Krüger Nationalpark. Meist werden die vielen anderen wunderschönen Gebiete erst bei einer zweiten oder dritten Reise nach Südafrika besucht. Du solltest nicht versuchen, das ganze Land in 2 Wochen zu entdecken, denn das ist schlichtweg nicht möglich. Stopfe dir die Tage nicht zu voll sondern lass Freiraum für Spontanes. Wir verraten dir die besten Spots der Garden Route und nehmen dich mit auf eine wunderschöne Reise entlang der Küste.

Kapstadt und Umgebung

Viele starten ihre Reise in Kapstadt, der bunten Metropole am Tafelberg. Und diese Stadt hat es auch wirklich in sich. Du könntest vermutlich an allen 365 Tagen im Jahr etwas anderes unternehmen, ganz egal ob Strand, Natur, Shopping oder Kultur. Kapstadt ist eingebettet zwischen dem Tafelberg, dem Lions Head, Signal Hill, den Zwölf Aposteln und der City Bowl. Hinzu kommt, dass Kapstadt vom Atlantischen Ozean umgeben ist, was eine Reise hier her noch reizvoller macht.

Vor allem Naturliebhaber kommen in dieser Region ganz auf ihre Kosten. Eine Wanderung auf den Tafelberg, ein Spaziergang durch den Botanischen Garten und ein Ausflug zur Kaphalbinsel sind nur einige Highlights, die dich hier erwarten. Den Sonnenauf- und Sonnenuntergang kannst du am besten vom Signal Hill aus bewundern. Und auch eine Tour auf den Lions Head darf natürlich nicht fehlen. Kapstadt ist umgeben von vielen schönen Stränden, wie zum Beispiel dem Blouberg Beach, dem Strand in Camps Bay oder Clifton Bay. Auch Hout Bay, Muizenberg Beach oder der Dias Beach in der Umgebung lohnen sich.

Doch auch die Stadt selbst verbirgt viele Schätze. So findet immer samstags der bunte und urbane Neighbourgoods Market in der Old Buscuit Mill in Woodstock statt. Ein Besuch im bunten Boo-Kap-Viertel darf natürlich auch nicht fehlen. Die bunten kleinen Häuser und das Flair der fernöstlichen Kultur sind faszinierend. Die Long Street in Kapstadt verfügt über unzählige Restaurants, Bars, Cafés und Geschäfte. Ruhe und Erholung bekommst du da am besten im grünen Herz der Stadt – im Company’s Garden. Ein Spaziergang an der Waterfront sollte ebenfalls auf deinem Programm stehen. Hier gibt es zahlreiche Leckereien auf dem V&A Waterfront Market.

Hostel: SaltyCrax Backpackers & Surflodge, The B.I.G. , Ashanti Guest Houses.

Kap der Guten Hoffnung

Mit dem Mietwagen geht es von Kapstadt aus in Richtung „Kap der Guten Hoffnung“. Schon die Anreise verspricht immer wieder traumhafte Aussichtspunkte, einige davon entdeckst du auf dem „Chapmans Peak Drive“. Diese Panoramastraße zählt zu den schönsten der Welt und sollte auf gar keinen Fall ausgelassen werden. Die landschaftliche Schönheit ist grandios, hinter jeder Kurve öffnen sich neue Ausblicke.

Es geht vorbei an Houtbay, Noordhoeak und Kommetjie, bis du schlussendlich das „Kap der Guten Hoffnung“ erreichst. Das sagenumwobene Kap wurde 1488 entdeckt, während der Europäer Bartolomeu Diaz auf der Suche nach einem Seeweg nach Asien war. Durch die meist sehr starken Winde nennt man diese Region auch „Kap der Stürme“. Es ist der südwestlichste Punkt Afrikas und auf jeden Fall eine Reise wert (Eintritt: 10€).

Pinguine in Simon’s Town

Du möchtest auch die putzigen Pinguine direkt am Strand erleben? Dann solltest du nach deinem Besuch am Kap der Guten Hoffnung weiter in Richtig Simon’s Town fahren. Hier am Boulders Beach entdeckte man 1983 ein einzelnes Pärchen der Afrikanischen Pinguine. Seitdem hat sich die Kolonie extrem vergrößert. Heute leben dort im Schutzgebiet mehr als 2000 Tiere.

📸@teresaklr

Natürlich trifft man hier auf viele Touristen, die eben genau auf dieses Highlights nicht verzichten wollen. Mehr Ruhe und Gelassenheit mit den Pinguinen erlebst du in Lambert’s Bay und Betty’s Bay – und das vollkommen kostenlos. (Eintritt Boulders Beach: 5€).

Bunte Holzhäuschen St. James und Muizenberg

Bevor es auf die Garden Route geht, kommen wir noch an den wunderschönen bunten Holzhäuschen in St. James und Muizenberg vorbei. Über den sogenannten St. James Coastal Walk kannst du ganz entspannt von einem Ort zum anderen schlendern.

Hier an den Stränden kannst du zudem wunderbar mit dem Surfbrett die eine oder andere Welle reiten. Muizenberg ist vor allem bei Anfängern und Fortgeschrittenen ein super Anlaufpunkt. Muizenberg hat ein paar super charmante Cafés (z.B. Blond&Beard Café), welche zum Entspannten einladen.

Wine-Testings in Stellenbosch

Nun entfernen wir uns von der Küstenstraße und machen noch einen Abstecher nach Stellenbosch. Diese romantische, elegante und historische Stadt befindet sich nur knapp 40 Minuten von Kapstadt entfernt. Hier stehen viele kapholländische, georgianische und viktorianische Bauwerke. Stellenbosch ist heute eine Studentenstadt, aber auch viele Einheimische, Kapstädter und Touristen kommen gerne hier her.

Die meisten kommen natürlich, um an einer der vielen Weinverkostungen teilzunehmen. Die Preise für ein Wine Testing liegen im Schnitt zwischen 3 und 10€. Empfehlenswerte Weingüter sind zum Beispiel: Waterford Estate, Jordan Winery, Marianne Wine Estate, Warwick Wine Estate und die Spier Wine Farm.

Hostels: Stumble Inn Backpackers Lodge, Banghoek Place, iKhaya Stellenbosch Backpackers.

Wale beachten in Hermanus

Du wolltest schon immer mal einen Wal im Meer entdecken? In Südafrika bist du da an der richtigen Adresse. Hermanns zählt zu einem der besten Spots weltweit, um Wale vom Land aus beobachten zu können. Zwischen Juli und Oktober hast du die besten Chancen in der Bucht Wale zu entdecken.

Darüberhinaus hat die Stadt aber noch viel mehr zu bieten. Solltest du genügend Zeit haben, begebe dich zum sogenannten „Cliff Path Trail“. Dieser Wanderweg ist einfach und führt dich direkt an den schroffen Felsen der Küsten entlang. Einfach nur traumaft!

Hostels: Zoete Inval Travellers Lodge, The Gallery Studio.

Cape Agulhas – Der südlichste Punkt Afrikas

Die Garden Route hat viele Highlights und überrascht immer wieder mit der landschaftlichen Vielfalt. Viele Urlauber fahren nach Cape Agulhas, weil sich hier der südlichste Punkt Afrikas befindet. Hier trifft der Indische Ozean auf den Atlantischen Ozean. Etwas weiter die Küste entlang, entdeckst du das Schiffswrack der Meisho Maru 38, welche hier am 16. November 1982 in einen heftigen Sturm geriet. Bei schönem Wetter kannst du hier wunderbare Fotos machen.

Hostels: Cape Agulhas Backpackers.

Der riesige Sandkasten im De Hoop Nature Reserve

Die Anreise zu diesen Dünen ist etwas beschwerlich, dennoch lohnt es sich. Das De Hoop Nature Reserve zählt wohl du den landschaftlich reizvollsten Regionen des ganzen Landes. Die riesigen Sanddünen bilden mit dem türkisblauem Meer eine einzigartige Kulisse. Wenn du zur richtigen Jahreszeit vor Ort bist, kannst du mit etwas Glück Wale und Delfine im Meer entdecken. Es gibt zudem tolle Wanderwege durch dieses Gebiet, welche sich auf jeden Fall lohnen.

Im Zug übernachten in Mossel Bay

Für viele ist Mossel Bay nur das hässliche Entlein der Garden Route, dabei hat auch diese Stadt einiges zu bieten. Am Strand kann man wunderbar die Seele baumeln lassen, im umgebauten Santos Express Train am Strand übernachten oder einen Teil des St. Blaize Hiking Trails laufen. Unbedingt einen Besuch in der Blue Shed Coffee Roastery einplanen. Die Location ist traumhaft und der Kuchen ebenfalls.

Hostels: Santos Express Train B&B, Mile Crunch Backpackers, The Urban, Little Brak Beach House.

Straußenfarmen in Oudtshoorn

Wieder geht es für einen Abstecher ins Landesinnere. Oudtshoorn ist bekannt für seine Straußenfarmen, wie zum Beispiel die Ostrich-Show Farm oder das Straußennest von Dario Urbanski. In früheren Jahren machten große Straußen-Barone hier ein Vermögen mit dem Verkauf von Straußenfedern. Ein einzige Feder kostete damals rund 23€! Nicht weit entfernt ist die Buffelsdrift Game Lodge, wo du an einzigartigen Bush Safaris teilnehmen kannst.

Übrigens: Rund 60km von Oudtshoorn entfernt beginnt der berühmte Swartberg-Pass in Richtung Prince Albert. Diese Panoramastraße ist landschaftlich wirklich eindrucksvoll.

Hostels: Backpackers Paradise, Lodge 96, Karoo Soul Backpackers, Amber Lagoon.

Natur Pur in Wilderness und George

Von Oudtshoorn fahren wir zurück in Richtung Küste. Bevor wir George und Wilderness erreichen, machen wir noch einen Abstecher zum Montagu-Pass und/oder Outeniqua-Pass. Die Strecken schlängeln sich durch die Berge auf den Montag-Pass. Die Landschaft zeigt sich hier von ihrer schönsten Seite.

Anschließend geht es weiter nach George und in die Wilderness Area. Hier findest du zahlreiche Backpacker-Unterkünfte und Campingplätze. Zudem werden hier viele Touren in die Natur angeboten, wie zum Beispiel ein Hike durch den Wilderness National Park. Die uralten und dichten Wälder werden noch durch kilometerlange Strände verschönert. Wenn du Glück hast, kannst du auch hier im Meer Buckelwale und Delfine spotten.

Hostels: Fairy Knowe Backpackers, The Wild Farm Backpackers, Outeniqua Travel Lodge.

Austern schlürfen in Knysna

Was wäre eine Tour entlang der Garden Route ohne Knysna? Genau! Nichts! Die Stadt ist umgeben von einer Lagune, wo Salz- und Süßwasser ineinander verschmelzen. Hier befindet sich zudem das größte Urwaldgebiet in ganz Südafrika. Der Knysna Forest ist heute Teil des Garden Route Nationalparks. Bekannt ist Knysna aber durch die beeindruckenden Knysna Heads Klippen sowie durch die Austernzucht. Wenn du also Fan von Meeresfrüchten bist, wirst du hier voll und ganz auf deine Kosten kommen.

Hostel: Afrovibe Adventure Lodge, Island Vibe Knysna, Knysna Lakeside Accommodation, Inyathi Guest Lodge.

Plettenberg Bay

Nur wenige Kilometer östlich von Knysna entfernt, liegt das vornehme Plettenberg Bay. Einheimische nennen diesen Ort auch einfach nur „Plett“. Hier befindet sich mit dem Keurboomstrand einer der schönsten Strände Südafrikas. Wenn du genug vom Strandleben hast, kannst du dich mit Schnorchelbrille in das klare Wasser stürzen und die Unterwasserwelt erkunden. Extra dafür wurde am Hauptstrand sogar ein „Dive Trail“ eingerichtet. Zwischen Mai und November hast du gute Chancen, Wale zu beobachten. Delfine und Robben kannst du hingegen ganzjährig entdecken.

Hostels: Albergo for Backpackers, Amakaya Backpackers, Backpacker Apartments.

Tsitsikamma Nationalpark

Ein absolutes Muss während deiner Rundreise durch Südafrika: der Tsitsikamma National Park. Hier befindet sich eine wahre Oase für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Die Landschaft zeigt sich hier in den schönsten Formen und Farben abseits der Städte und Schnellstraßen. Die verschiedenen Trails laden zu entspannten Wanderungen ein.

Beliebt ist der Pfad zum Wasserfall, auch Waterfall Trail genannt. Innerhalb von nur 90 Minuten gelangst du zu einem schönen Wasserfall, welcher in einem natürlichen Pool endet. Die Wanderung ist entspannt, dennoch solltest du festes Schuhwerk tragen. Dabei geht es direkt an der Küste entlang über Stock und Stein. Der Weg ist ein echter Augenschmaus und die frische Meeresluft, die grünen Hänge und schroffen Felsen verzaubern wirklich jeden Naturliebhaber.

Adrenalin gesucht? Nicht weit davon entfernt, befindet sich die berühmte Bloukrans Bridge. Hier kannst du den höchsten Brücken-Bungee-Sprung der Welt machen. Na, traust du dich? Dieses Abenteuer kostet dich rund 60€.

Hostels: Tube n Axe Backpackers Lodge.

Jeffreys Bay

Langsam näherst du dich dem Ende der Garden Route. Doch jetzt wartet ein weiteres Highlight auf dich. Jeffreys Bay ist eines DER Surfer-Paradiese des Landes und jährlich strömen Wellenreiter aus allen Himmelsrichtungen genau hier her. Der Ort selbst ist relaxt und entspannt, viel zu sehen gibt es nicht. Dafür kannst du hier perfekte Wellen reiten und eine gute Zeit mit Gleichgesinnten haben. Die Wellen können bis zu 3 Meter hoch und 800 Meter lang werden – ein Leckerbissen für alle Surf-Junkies. In der näheren Umgebung kannst du zudem in riesigen Sanddünen das Sandboarding ausprobieren. Die meisten Hotels bieten diese Tour an – einfach mal nachfragen.

Hostels: Island Vibe Backpackers, Ubuntu Backpackers, Beach Bums Dijembe, Jeffreys Bay Backpackers.

Port Elizabeth

Port Elizabeth wird unter den Locals auch gerne „P.E.“ genannt und bietet viele schöne Strände zum Relaxen. Hier kannst du nicht nur Baden sondern auch verschiedenen Wassersportaktivitäten nachgehen. Am beliebtesten unter Einheimischen und Urlaubern sind die Strände Humewood Beach, Summerstrand Beach sowie die Sardinia Bay. Die Segel- und Windsurfbedingungen sind in Port Elizabeth auf Grund des Windes äußerst gut. In der Alcoa Bay kannst du direkt an der Küste auf Tauchgang gehen und Schiffswracks sowie schöne Riffe entdecken.

Hostels: La Mer Guesthouse, 28 Towpath on the Riverfront, Lungile Lodge beachfront backpackers, Island Vibe Port Elizabeth.

Addo Elephant Park

Jetzt wird es Zeit, Südafrikas Wildlife kennenzulernen. Der Addo Elephant Park ist nur knapp 80km von P.E. entfernt und bietet beste Bedingungen, um mit dem eigenen Mietwagen einige typische Tiere Südafrikas zu entdecken. Im Park kannst du Elefanten, Hyänen, Wasserbüffel, Zebras, Kudus, Löwen und viele andere Tiere beobachten. Bringe auf jeden Fall ein Fernglas mit, damit du auch weit entfernte Tiere sehen kannst. Der Park selbst verfügt über asphaltierte Straßen, die das Fahren mit dem eigenen Mietwagen einfach machen.Der Eintritt kostet momentan knapp 19€ für Erwachsene und 9€ für Kinder. Für eine entspannte Tour von Nord nach Süd solltest du rund 5 Stunden oder mehr einplanen. Die besten Chancen, viele Tiere zu sehen, hast du am frühen Morgen oder am frühen Abend. In der Mittagshitze suchen sich die meisten Tiere ein schattiges Plätzchen, was nicht immer leicht zu finden ist.

Hostels: The Kraal Addo, Orange Elephant Backpackers.

Südafrika in 14 Tagen auf eigene Faust erleben

Südafrika wird auch dich sicherlich in den Bann ziehen und verzaubern. Ganz egal ob du nur 2 Wochen, 3 Wochen oder mehr Zeit mitbringst, Südafrika lohnt sich einfach immer. Viele starten ihre Tour in Kapstadt und fahren nach ein paar Tagen die Garden Route entlang bis Port Elizabeth. Es empfiehlt sich, einen Gabelflug zu buchen, damit man nicht noch einmal zurück zum Startpunkt muss. So könnte man Beispielsweise den Hinflug bis Kapstadt buchen und den Rückflug ab Port Elizabeth oder bei mehr Zeit auch ab Durban.

Für Kapstadt und Umgebung solltest du mindestens 5 Tage einplanen. Die Stadt selbst hat unglaublich viel zu bieten, ebenfalls auch die umliegenden Regionen. Danach kannst du mit dem eigenen Mietwagen in dein Abenteuer starten. Von Kapstadt bis Port Elizabeth sind es rund 750km, die in einer Woche auf jeden Fall zu schaffen sind. Besser ist es jedoch, wenn du mehr Zeit hast. So kannst du die einzelnen Orte genießen und musst nicht den ganzen Tag im Auto verbringen. Bedenke, dass du bei nur einer Woche für die Garden Route im Schnitt mehr als 100km pro Tag fahren müsstest.

Viele Backpacker fahren sogar von Johannesburg die rund 3000km bis nach Kapstadt. Diese Tour macht unglaublich viel Spaß und verspricht enorm viel Abwechslung. Dafür solltest du aber mindestens 4 bis 5 Wochen einplanen, um nicht nur zu hetzen.

Südafrika ist wie geschaffen für einen Roadtrip und es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, um dieses Land zu entdecken. Wer einmal nach Südafrika kommt, wird auch ein zweites oder gar drittes Mal kommen. Das Land bietet für jeden Reisetyp genau das Richtige – ganz egal ob Individualreise, Pauschalreise oder Gruppenreise. Und jetzt bist du dran! Stürze Dich in dein eigenes Südafrika-Abenteuer und erlebe eines der schönsten Länder dieser Erde.

Beispielroute: 14 Tage ab Kapstadt:

Tag 1 bis Tag 4 – Kapstadt und Umgebung erkunden

Tag 4 bis Tag 8 – Wale in Hermanus und/oder Cape Agulhas

Tag 6 bis Tag 8 – Straußenfarmen in Oudtshoorn

Tag 8 bis Tag 10 – Austern schlürfen in Knysna

Tag 10 bis Tag 14 – Wandern im Tsitsikamma Nationalpark

Tag 12 bis Tag 13 – Game Drive im Addo Elephant Park

Tag 13 bis Tag 14 – Port Elizabeth erkunden und Abreise

Beispielroute: 14 Tage ab Johannesburg:

Tag 1 bis Tag 2 – Ankommen in Johannesburg

Tag 2 bis Tag 4 – Panorama Route & Blyde River Canyon

Tag 5 bis Tag 8 – Safari im Krüger Nationalpark

Tag 8 bis Tag 10 – Abstecher nach Swasiland

Tag 10 bis Tag 12 – Safari im Hluhluwe iMfolozi Park

Tag 12 bis Tag 14 – Durban erkunden und Abreise

Kultur und Geschichte Südafrikas

Südafrika ist noch immer ein geheimnisvoller Kontinent und gerade für Europäer eine völlig andere Welt. „Südafrika ist Afrika für Anfänger“ hört man oft. Und genau so ist es tatsächlich. Nirgendwo anders in Afrika kann man so problemlos reisen, eine super Infrastruktur genießen und unberührte Wildnis erleben. Früher warb man mit dem Slogan „one world in one country“. Heute bezeichnen sie ihr Land lieber als „Rainbow-Nation“ um den Fokus auf die Menschen und Kulturen zu legen.

Bevölkerung und Sprachen

In keinem anderen Land in Afrika findet man ein so buntes Volk wie hier. Die Südafrikaner haben schwarzafrikanische, holländische, britische, deutsche, französische, malaiische oder indische Vorfahren. Heute leben knapp 56 Millionen Menschen in Südafrika (Stand: 2016) und verteilen sich auf die insgesamt 9 Provinzen: Gauteng, Mpumalanga, Limpopo, North West, Western Cape, Eastern Cape, Northern Cape, KwaZulu Natel und Free State.

77% der Bevölkerung gehören den schwarzen Volksgruppen an, 10% sind Nachfahren von weißen Siedlern, 9% Coloureds (farbige Bevölkerung) und etwa 3% haben asiatische und/oder indische Wurzeln. 58% Der Gesamtbevölkerung lebt zudem in den Städten. Durch die sehr hohen AIDS-Raten liegt die Lebenserwartung bei Männern und Frauen erschreckender Weise bei nur 45 Jahren.

Im Land gibt es 11 offizielle Sprachen. Dazu zählen Afrikaans (15,1%), Englisch (9,1%), isiNdebele (1,5%), Sepedi (9,8%), siSwati (2,6%), SeSotho (6,9%), Xitsonga (4,2%), Setswana (7,2%), Tshivenda (1,7%), isiXhosa (17,5%) und isiZulu (22,4%). Mit Englisch kommst du allerdings in fast allen Regionen des Landes wunderbar zurecht. Straßenschilder werden in den meisten Fällen zweisprachig beschriftet.

Seefahrer Jan van Riebeeck entdeckt die Kapregion

Nicht nur die vielen Kulturen, Sprachen und Volksgruppen sind interessant, auch die bewegte und turbulente Geschichte des Landes. Die jüngere Geschichte des Landes ist vor allem durch europäische Kolonialherren und die Rassentrennung geprägt. Erst seit Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt wurde, sind Schwarze und Weiße zumindest vor dem Gesetz gleichgestellt. Doch um diese politische und gesellschaftliche Entwicklung besser verstehen zu können, drehen wir die Uhr etwas zurück.

1652 betritt der Seefahrer Jan van Riebeeck gemeinsam mit 90 Gefolgsleuten das Festland von Südafrika. Seine Aufgabe war es, am Kap der Guten Hoffnung eine Station zur Versorgung mit Frischwasser und Proviant für Indien-Reisende zu errichten. Die Küste Südafrikas war seit dem 15. Jahrhundert eine wichtige Zwischenstation auf dem Seeweg nach Indien. Die Kosten für diese Versorgungsstelle waren allerdings nach einigen Jahren zu hoch, so dass die Bevölkerung der Außenstelle sich in Zukunft selbst versorgen sollte.

Es kam zu ersten Konflikten mit Einheimischen, da es zu einem vermehrten Bedarf an Weidefläche kam. Die Einheimischen wurden ins Inland verdrängt oder aber arrangierten sich mit den Neuankömmlingen. So vermischten sich mit den Jahren die Bevölkerungsgruppen. Bis zum Ende des 17 Jahrhunderts wuchs diese Kapkolonie stetig an. 1679 wurde mit Stellenbosch eine weitere Siedlung gegründet und immer mehr Menschen machten sich auf den langen Weg nach Südafrika.

Der erste Einwanderungsstopp

Erst waren es politisch Verbannte aus den holländischen Kolonien in Indonesien. Nur wenig später kamen auch die in Frankreich verfolgten Hugenotten. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es zu einem ersten Einwanderungsstopp aus Europa. Das Land war zu diesem Zeitpunkt zu dicht besiedelt, es war kaum noch Platz für neue Einwanderer. Stattdessen wurden mehr und mehr Sklaven importiert, um bei den weißen Bevölkerungsgruppen auf den Feldern zu arbeiten.

1794 kamen die Engländer, übernahmen die niederländischen Stützpunkte am Kap und gliederten sie als Kronkolonie in das britisch Empire ein. 1806 wurde der Status als britische Kolonie endgültig gefestigt. Die Engländer führten in den kommenden Jahren eine Vielzahl an tiefgreifenden Reformen durch. 1807 wurde zum Beispiel der Sklaventransport auf britischen Schiffen verboten und es erfolgte 1820 eine massive Anglisierung am Kap. Immer mehr Menschen versuchten Ihr Glück fernab der Heimat, da Armut und Arbeitslosigkeit immer präsenter wurden. 1833 wurde dann die Sklaverei komplett abgeschafft und unter Verbot gestellt. Mehr als 59.000 Sklaven erlangten so ihre Freiheit.

Die Kriege der Buren und Briten

Alteingesessne Viehzüchter („Buren“ genannt) fanden die Reformen und den Herrschaftsanspruch der Engländer ganz und gar nicht korrekt. Immer mehr von Ihnen wanderten in Scharen aus und zogen in den Norden und Nordosten des Landes. Hier erhofften sich rund 10.000 Buren, neue Weideflächen zu annektieren und freie Buren-Republiken bilden zu können. 1860 schlossen sich die Buren-Republiken zur „Südafrikanischen Republik“ zusammen mit der Hauptstadt Pretoria. In ihrer Verfassung wurden erstmals Gesetze der Rassentrennung festgeschrieben.

Die Briten sahen nun die allgemeine Sicherheit in den europäischen Kolonien am Kap gefährdet und versuchten, die südafrikanischen Kolonien zu einer Union unter britischer Herrschaft zusammenzuführen. Doch die Buren unter Führung Paul Krügers wehrten sich dagegen und es kam zu einem Krieg.

Im sogenannten Burenkrieg kam es zu wirklich grausamen Geschichten und niemand konnte glauben, das ausgerechnet die zahlenmäßig unterlegenden Buren (Bauern) das britische Heer so in Schach halten konnten. Sie errungen sogar einige beachtliche Siege.

Die Engländer reagierten allerdings grausam: Frauen und Kinder der Buren ließ man einsperren und verhungern. In den eroberten Gebieten tötete man Vieh und verbrannte Ernten. Damit errungen die Engländer 1902 den Sieg und konnten so die Volksherrschaft in Südafrika an sich reißen.

Die Anfänge der Rassentrennung (Apartheid)

Erst 1910 einigten sich die Buren und Briten auf eine neue Verfassung. Hier wurde das Wahlrecht der „Nicht-Weißen“ aberkannt. Schwarze und Farbige durften nur noch in extra ausgewiesenen Gebieten leben und Land kaufen. Diese Gesetze wurden nach dem ersten Weltkrieg noch weiter verschärft. 1948 verabschiedeten weitere Gesetze nun offiziell die Apartheid. Die Rassentrennung wurde ab diesem Zeitpunkt auch in der Öffentlichkeit eingeführt.

Die weiße Minderheit regierte die schwarze Mehrheit. So durften zum Beispiel Schwarze nur niedrigere Arbeit verrichten, nur in bestimmten Gegenden wohnen und auch nicht mit jemanden der „anderen Rasse“ verkehren. Schwarze und Weiße durften nicht die gleiche Toilette nutzen, nicht unter einem Dach leben. Es wurden sogar verschiedene Pässe eingeführt und schwarze Organisationen verboten. Es entstanden immer mehr Townships, um die farbige, schwarze und indische Bevölkerung umzusiedeln und auszugrenzen.

Nelson Mandela und der Kampf für Freiheit

Schon 1912 wurde der African National Congress gegründet (kurz ANC). Sie protestierten gegen die Gesetze, welche das Wahlrecht und Erwerbsrecht von Grundstücken für Schwarze einschränkte. Die schwarze Bevölkerung wurde zunehmend diskriminiert und der ANC kämpfte gegen immer mehr Einschränkungen durch das weiße Minderheitsregime.

Der ANC agierte beim Kampf gegen Rassentrennung und Unterdrückung stets friedlich und organisierte hauptsächlich Streiks, Boyksottiereungen und Demonstrationen. Nach einem eskalierten Streik, als Polizisten auf friedliche Demonstranten schossen (69 Tote, 180 Verletze) wurde der ANC dann aber doch verboten. Von nun an musste der ANC im Verborgenen operieren und die Strategie ändern.

Nelson Mandela setzte sich für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung ein und trat 1944 dieser besagten politischen Organisation ANC bei. Nelson Mandela wurde Leiter der neuen Untergrundbewegung. Sie verübten Sabotageakte und Bombenanschläge gegen staatliche Infrastrukturen. Mandela reiste in mehrere afrikanische Länder um für finanzielle und militärische Unterstützung zu werben. Und das, obwohl er längst unter Arrest stand. 1962 wurde er festgenommen und ein halbes Jähr später wegen Aufruf zu öffentlichen Unruhen und verbotenen Auslandsreisen zu 5 Jahren Haft verurteilt.

„Mein Leben lang habe ich mich diesem Kampf des afrikanischen Volkes gewidmet. Ich habe gegen weiße Vorherrschaft gekämpft, und ich habe gegen schwarze Vorherrschaft gekämpft. Ich habe das Ideal der Demokratie und der freien Gesellschaft hochgehalten, in der alle Menschen in Harmonie und mit gleichen Möglichkeiten zusammenleben. Es ist ein Ideal, für das ich zu leben und das ich zu erreichen hoffe. Doch wenn es sein soll, so bin ich für dies Ideal auch zu sterben bereit.“ Das waren Nelson Mandelas letzten Worte vor der Urteilsverkündung. (Nelson Mandela: „Der lange Weg zur Freiheit“)

Das Ende der Apartheid

Mandela wurde nach einem achtmonatigen Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Haft verbrachte er hauptsächlich auf der heute berühmten Insel „Robben Island“. Am 11. Februar 1990 wurde er aus der Haft entlassen. Gemeinsam mit Präsident Frederik Willem de Klerk arbeitete er eine neue Verfassung aus und versuchte, die Hinterlassenschaften des Apartheid-Systems zu beseitigen. Für diese Taten und Bemühungen bekamen beide 1993 den Friedensnobelpreis.

In dieser neuen Verfassung war auch das Wahlrecht für Schwarze enthalten. Somit stieg die Zahl der Wahlberechtigten von 3 Millionen auf stolze 22 Millionen. Am 09. Mai 1994 war es dann endlich so weit: Nelson Mandela wurde vom Parlament zum ersten schwarzen Präsident gewählt. Er hatte immer eine Vision von einem friedlichen, gerechten Südafrika mit Chancengleichheit für alle. Für alle diese Werte und Ansichten setzte er sich bis zu seinem Tode am 05. Dezember 2013 unermüdlich ein. Und noch heute ist Nelson Mandela Symbolfigur für Frieden, Freiheit und Gleichheit.

Traditionen in Südafrika

Durch die Rassentrennung, die verschiedenen Kulturen und Bevölkerungsgruppen haben sich verschiedenste Traditionen entwickelt. Im Allgemeinen leben die verschiedenen Volksstämme heute friedlich zusammen. Es gibt wie schon erwähnt viele Sprachen und ebenso viele Religionen, Nationen und Rituale.

Bei der afrikanischen Bevölkerung zeigt man seinen Respekt, indem man seinem gegenüber bei der Unterhaltung nicht direkt in die Augen schaut. Das ist alles andere als unhöflich. Besonders bei älteren Menschen solltest du darauf achten. Das bekannte Händeschütteln gehört in Südafrika dazu, endet meist mit einem Schnipsen der Daumen (nur wenn man es kann).

Die Ethnie der Zulu ist bekannt für ihre wunderschönen Perlenarbeiten. Dieser Schmuck ist bis heute in vielen Teilen Südafrikas traditionelles Mittel der Kommunikation. Die Bedeutung des Schmucks variiert je nach Form, Art und Farbe. Auf den vielen Märkten im Land hast du die Möglichkeiten, diese symbolträchtigen Schmuckstücke zu kaufen.

Was wäre Südafrika ohne Musik und Tanz? Beides spielt bei der Kommunikation und im Alltag der afrikanischen Völker eine wichtige Rolle. Dabei nehmen die Tänzer die Rolle des Geschichtenerzählers ein und verdeutlichen Themen wie Jagd, Lebensart und Fruchtbarkeit. Oft kann man durch die Ausdrucksformen deutlich erkennen, welcher Ethnie der jeweilige Tänzer angehört. 

Besonders bekannt und beliebt ist der „Gummistiefeltanz“. Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den schwarzen Minenarbeiten in Johannesburg erfunden. All die Arbeiter lebten dort unter den schlimmsten Bedingungen. Sie hatten keine Instrumente, um Musik zu machen und nutzten so einfach ihre Stiefel um Rhythmen zu erzeugen.

Der Musikstil der Jugend in Südafrika ist heute eher durch westliche Richtungen wie House und Hip Hop geprägt. Gesungen wird aber tatsächlich meist in den afrikanischen Sprachen. Bei den älteren Einwohner ist der Cape Jazz besonders beliebt. Traditionelle südafrikanische Musik besteht meist aus Flöten, Trommeln und Xylophonen. Die Zulu zum Beispiel lieben die Musik der Gruppe Bayete.

Während des Apartheidregime wurde viel von den Traditionen der verschiedenen Völker zerstört. Dennoch findet man noch heute etwas davon. Es gibt sogar noch immer Volksgruppen, die noch heute in eigenen Siedlungen in Rundhütten leben (z.B. an der Wild Coast in KwaZulu-Natal). Sie erstellen noch immer Schmuck und Kleidung, verkaufen diese dann in den Siedlungen und an die Touristen.

Die Weißen in Südafrika leben wie die Menschen in Westeuropa. Sie brachten vor allem die wunderschöne Architektur ins Land. Die Niederländer nutzten gerne den Cape Dutch Style, der sich durch Strohdächer, mit Weißkalk verputzte Wände und klare Hausfrauen auszeichnet. Zu sehen sind diese Häuser noch heute in Swellendam, Stellenbosch, Paarl und auf dem Weingut Groos Constantia. Die Briten brachten den georgianischen und viktorianischen Stil nach Südafrika. Viele Bauwerke haben Säulen, Balkone aus Holz und schmiedeeiserne Gitter.

Essen in Südafrika

Die Regenbogennation Südafrika hat auch eine Regenbogenküche. Einheimische lieben ihr Essen und lieben es, zu kombinieren und zu vermischen. Die kulinarische Vielfalt hat ihren Ursprung in der Kolonialzeit. Einwanderer und Seefahrer aus England, den Niederlanden, Frankreich oder auch Deutschland brachten ihre Rezepte und Köstlichkeiten aus Asien, Europa und Indien mit. Vor Ort vermischte man die ausländische Küche mit einheimischen Lebensmitteln. Davor bestand die Küche Südafrikas hauptsächlich aus Nüssen, Früchten, Fisch und Fleisch. Durch das jahrelange Vermischen der verschiedensten Lebensmitteln entstand die bunte und vielfältige Küche Südafrikas, die heute überall im Land zu finden ist.

Ein sehr einfaches, günstiges und traditionelles Gericht ist das sogenannte „Pap“. Es handelt sich hierbei um einen Brei aus Maisgrieß, welcher früher Grundnahrungsmittel der Einheimischen war. Heute kombiniert man Pap mit Fleisch, Gemüse und Soßen.

Die Südafrikaner lieben Fleisch! Das wirst du spätestens merken, wenn du durch die Straßen und Supermärkte des Landes schlenderst. Fleisch ist der wichtigste Bestandteil einer jeden Mahlzeit. Die Einheimischen schmeißen fast jedes Wochenende den Grill an und veranstalten ein sogenannten „Braai“ (BBQ). Am beliebtesten ist Lammfleisch gefolgt von Rindfleisch. Schweinefleisch ist in Südafrika wenig verbreitet. Populärer hingegen ist Wildbret. In den urbaneren Regionen wird auch gerne zu Springbock, Blessbock, Kudu, Antilope und Warzenschwein gegriffen.

Hier und da wirst du auch auf „Biltong“ stoßen. Das ist nichts anderes, als getrocknetes Fleisch. Für Südafrikaner ist es ein Snack für nebenbei. Dabei wird Rindfleisch mit Salz, Zucker, Gewürzen und Essig eingerieben und anschließend getrocknet. Heute bekommst du Biltong in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Bilton wird auch häufig als Beilage zum Braai serviert. An der Westküste gibt es statt Biltong „Bokkoms“. Hierbei handelt es sich allerdings um getrockneten Fisch. Unter den Zutaten spielt Fisch eine eher untergeordnete Rolle. Generell wird eher an der Westküste, rund um die Kapregion sowie in Durban, Johannesburg und Kapstadt Fisch gegessen.

Eine weitere traditionelle südafrikanische Delikatesse ist „Bobotje“. Dieses Gericht wird wie ein Hackbraten zubereitet und mit einem Ei überbacken. Meist serviert man dazu Reis, Chutney und Bananenscheiben. Sehr beliebt ist zudem „Chakalaka“. Diese Beilage hat ihren Ursprung in Indien und Malaysia. Sie besteht aus Paprika, Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln und Blumenkohl, wird anschließend noch mit Curry und Chili gewürzt. „Potjiekos“ ist ein traditioneller burischer Eintopf mit Fleisch und Gemüse, welcher in einem gusseisernen Topf zubereitet wird.

Richtig deftig und schwer wird es, wenn man ein „Gatsby“ bestellt. Dieses riesengroße Sandwich wird mit Pommes, Wurst, Salat, Chips, Mayo, Zwiebeln, Tomaten und vielen weiteren Zutaten belegt. Und während Gemüse bei uns in Deutschland oft nur als Beilage serviert wird, dient Gemüse in Südafrika oft als Hauptbestandteil eines Gerichts, Besonders beliebt sind Kürbis, Zwiebeln, Karotten, Bohnen und Mais.

Für Naschkatzen bietet Südafrika ebenfalls eine bunte Vielfalt. Du solltest unbedingt „Koeksisters“ probieren. Hierbei handelt es sich um ein afrikaanse Gebäck aus geflochtenem frittiertem und vor allem süßen Teig. Fast genau so süß und lecker ist der Aprikosen-Pudding, welcher in Südafrika „Malva-Pudding“ genannt wird. In Südafrika werden Unmengen als Obst angebaut, dienen allerdings überwiegend dem Export.

Zum Essen serviert man alkoholische und auch nichtalkoholische Getränke. Besonders beliebt sind natürlich Weißweine aus heimischem Anbau sowie Rooibos-Tee. Und auch in Südafrika darf auch gerne mal ein Bier auf dem Tisch stehen. Bekannte Biere sind u.a. Umqombothi, Castle Lager, Castle Lite, Windhoek Lager oder auch Hansa Pilsener und Amstel.

In Südafrika wirst du von abenteuerlichem Street Food bis Gourmetrestaurant einfach alles finden. Besonders in den Städten findest du unzählige Locations, wo du nach Herzenslust schlemmen kannst. Ob Pasta, Burger, Salate, Falafel, indisches Curry, Pad Thai oder eben südafrikanische Spezialitäten – in Südafrika muss nun wirklich niemand verhungern. Hier treffen sich Kulturen vieler Länder und vereinen sich zu einem kulinarischen Gesamtpaket. 

Für Vegetarier sieht es allerdings düster aus, besonders wenn auch kein Fisch gegessen wird. Die besten Chancen für fleisch- und fischlose Kost hat man in indischen, thailändischen oder chinesischen Restaurants. In Städten wie Kapstadt wird für Vegetarier und Veganer schon weitaus mehr geboten, vor allem auf den vielen coolen Märkten.

Über die Autoren:

Wir sind Bolle und Marco und reisen seit über einem Jahr duch die Welt. Du willst noch mehr über Südafrika erfahren? Dann hole dir jetzt unseren 290-seitigen Reiseführer für dein ganz persönliches Abenteuer am „schönsten Ende der Welt“. Auf unserem Blog „Komm’ wir machen das einfach“ findest du zudem noch viele weitere Beiträge, Routen, Bilder und Videos über Südafrika.

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Über den Autor

Rayhana El-Mahgary

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