Von Muscats Altstadt und unendlicher Wüste: Die interessantesten Orte im Oman

Von Muscats Altstadt und unendlicher Wüste: Die interessantesten Orte im Oman

Der ein oder andere hat wahrscheinlich schon gehört, dass der Oman etwas ganz anderes ist, als die Emirate oder Katar, die vor allem berühmt wegen ihrer Hochhäuser inmitten der Wüste sind. Nummer 1: Im Oman gibt es keine Hochhäuser. Nummer 2: Es gibt soooo viel mehr zu sehen. Nämlich mehr als 3000 km umwerfende Küste, beeindruckende Berglandschaften mit einer Höhe von 3000 m und unendliche Wüste. Entdecke atemberaubende und interessante Orte im Oman.

Der Souk von Nizwa – 📸Timo Trini

Ich bin Franca, ich lebe und arbeite momentan in Dubai und ich hatte das Glück 6 Monate in Muscat leben zu dürfen. Ich habe ein Praktikum in der Reisebranche gemacht und um ganz ehrlich zu sein, Muscat ist zwar wunderschön, doch für die Partytiere und Abenteurer unter euch ist es nicht unbedingt die aufregendste Stadt. Die Altstadt ist umwerfend, es ist toll so nah am Meer zu leben, doch am Wochenende (wie auch in anderen islamischen Ländern übrigens Freitag und Samstag) habe ich es vorgezogen das Land mit dem Auto zu erkunden. Dieses Gefühl von Freiheit früh am Morgen die Küste entlang zu düsen, um das Wochenende in Wadis, beim Tauchen oder in der Wüste zu verbringen, ist einfach unbeschreiblich. Die Must-Sees und ein paar Geheimtipps verrate ich euch hier.

Der Oman wird oft als die „arabische Schweiz“ bezeichnet. Der Spitzname kommt das umwerfende Hajer Gebirge, welches sich durchs Land zieht, und durch die Lage des Landes zwischen Krisenherden wie Saudi-Arabien, Jemen und dem Iran. Keine Sorge, der Oman ist trotzdem sehr friedlich und pflegt mit allen Nachbarländern eine gute Beziehung. Um das meiste davon zu sehen, empfehle ich einen Roadtrip mit einem Mietwagen.

Die perfekte Reisezeit

Der Sommer ist sehr heiß und im Winter kann es auf den Bergen schneien, deshalb sind Herbst und Frühling ideal. Vermeide am besten beliebte Reisezeiten wie Weihnachten und Ostern, um unnötige Kosten zu umgehen.

Tipps zur Reisedauer

Um von allem – vom Stadtleben, Bergwelten, Wüstenlandschaften und von der Küste – etwas zu sehen, sind eine bis zwei Wochen Reisezeit perfekt. Dabei würde ich mich bei der ersten Reise aber auf den Norden des Landes konzentrieren, da dieser am abwechslungsreichsten ist und man nie länger als 4 Stunden am Stück im Auto sitzen muss, um zum nächsten Ziel zu gelangen.

Plane deine Anreise

Am einfachsten geht es mit Flugzeug in die Hauptstadt Muscat. Von da aus kann über einen der gängigen Anbieter ein Mietwagen gemietet werden. Wer vorher in Dubai (ca. 5 Stunden von Muscat entfernt) ist oder die Metropole noch mit reinnehmen möchte, kann dort schon ein Auto mieten oder mit dem Bus in den Oman fahren. Im Oman zufahren ist wirklich easy, wenn man von den ungeteerten Straßen im Gebirge einmal absieht. Lad dir am besten Offline-Karten auf‘s Handy und dann kann es losgehen! Was auf keinen Fall fehlen darf, sind ein paar gute Playlists – es gibt nichts besser, als das Meer entlang zu fahren und seine Lieblingslieder aus vollstem Halse mitzusingen.

Empfohlene Kleidung

Oman ist ein relativ konservatives, islamisches Land. Obwohl dich niemand drauf ansprechen wird, solltest du aus Respekt vor den Einheimischen drauf achten was du anziehst. Dabei gilt für Frauen wie Männer, immer Schultern und Beine bis zu den Knien bedeckt zu haben. Fürs Baden im Bikini oder Badeshorts such dir einen halbwegs verlassenen Strand (das sollte aber bei einer Küste von tausenden Kilometern kein Problem sein).

Lebe den Oman

Mein letzter, und wichtigster Tipp: Trau dich! Die Omanis, sowie die Gastarbeiter aus Asien, sind super freundlich. Zögere also nicht, nach dem Weg zu fragen, wenn du dich mal verfahren hast. Auch nach dem besten Restaurant oder einer Unterkunft kannst du fragen, und es wird unter Umständen vorkommen, dass du zum Essen oder Tee eingeladen wirst. Wenn nicht, such dir eines der Cafés am Straßenrand und probiere dich durch die Karte. Außerhalb Muscats wirst du wenige internationale Restaurants finden, dafür aber leckere Curries oder Shawarma. Und das wichtigste: Karak. Dieser süße Milchtee mit Kardamom ist das Beste, was man nach einer langen Autofahrt oder einem sättigen Mahl zu sich nehmen kann. Es weckt die Geister und schmeckt einfach nur großartig. Und er ist in jedem Kiosk und einfachen Restaurant zu kriegen.

Jetzt weißt du Bescheid und es kann losgehen:

Erlebe Muscat

Obwohl es die Hauptstadt des Landes ist, ist Muscat ziemlich gemütlich und schön geblieben. Da es sich aber die Küste entlang zieht (und die öffentlichen Verkehrsmittel noch nicht besonders ausgebaut sind), ist ein Auto die beste Option. Dann hat man die Stadt auch in 2 Tagen erkundet.

Ein absolutes Highlight ist die Sultan Qaboos Grand Mosque. Sie ist eine der beeindruckendsten Moscheen, die du je sehe wirst. Ein schön angelegter Garten und die unglaublich aufwendigen Verzierungen im Inneren lohnen sich wirklich, früh aufzustehen. Denn die Moschee ist nur bis 11 Uhr an 6 Tagen die Woche für Nicht-Muslime geöffnet. Bitte auch an die Kleiderordnung denken!

Sultan Qaboos Grand Mosque📸 @ibn.battata

Wer sonst noch ein bisschen Zeit im neuen Teil Muscats verbringen möchte, sollte sich die Gegend um Al-Qurum nicht entgehen lassen. Die Strandpromenade mit ihren hübschen Häusern und netten Cafés lädt zu einem Spaziergang ein (oder zum schnelle Autos gucken, die die jungen Omanis dort ausfahren). Am Abend ist das wunderschöne Gartenrestaurant Kargeen eine super Wahl. Auch wenn du nicht der einzige Tourist sein wirst, wirst du den Besuch mit authentisch omanischem Essen und der schönen Atmosphäre unter Trauerweiden garantiert nicht bereuen.

Traditionelle Häuser in Al Qurum – 📸Timo Trini

Die Altstadt Muttrah liegt in einem Tal am Hafen. Schlendere durch die Straßen und besuche das Heimatmuseum Bait Al-Zubair um mehr über die reiche Geschichte des Landes zu erfahren. Auf dem Souk, dem alten Markt der Stadt, kannst du die Gerüche des Weihrauchs und der Gewürze einatmen und ein paar Souvenirs ersteigern. Hier spürt man wirklich das Erbe des Landes, welches Jahrhunderte als Knotenpunkt für Handel zwischen Afrika und Asien stand. Wer sich nach einem Drink mit Aussicht sehnt, kann den recht günstig im Marina Hotel an der Corniche, ganz oben auf der Dachterrasse mit Blick auf den Hafen bekommen.

Blick auf die Corniche von Muttrah – 📸Timo Trini

Schwimme in Bandar al Khairan

Wen das azurblaue Wasser des arabischen Golfs reizt, sollte einen Tagesausflug nach Bandar al Khairan einplanen. Zerklüfteten Felsen und wunderschönen, verlassenen Buchten machen diese Gegend zu einem Traumziel. Du kannst hier entweder mit einem Ausflugsboot aus Muscat herkommen oder mit dem Auto in ca. 30 Minuten. Hier findet man verlassene Strände und super Begebenheiten zum Schnorcheln – versprochen!

Wellengang an der Küste Omans – 📸@ibn.battata

Besuche Sur und Ras Al-Khabba

Weiter die Küste runter erreichst du die Hafenstadt Sur, die zu einem Zwischenstopp einlädt. Fahr die Corniche entlang und halte kurz vor der Brücke, gegenüber des Leuchtturms. Beim kleinen Kiosk kann man sich einen Karak oder Mango-Shake kaufen, vielleicht noch ein paar Samosas für den kleinen Hunger und dann den Blick auf das rauschende Meer und die kleinen Fischerboote genießen.

Der Leuchtturm von Sur – 📸 Timo Trini

Wenn du noch eine Nacht am Meer verbringen willst, sind die Klippen von Ras Al-Khabba ein absolutes Highlight. Hier lässt es sich wunderbar zelten und in den meterhohen Wellen spielen. Wenn ihr Glück habt, seht ihr nachts sogar die Schildkröten, die in dieser Gegend am Strand ihre Eier ausbrüten. Wenn du aber unbedingt Schildkröten sehen möchtest, fahr lieber zum Ras Al Jinz Turtle Reserve, dort gibt es geführte Touren mit Rangern.

Entdecke Omans Wadis

In der Arabischen Welt wirst du das Wort „Wadi“ immer wieder hören. Wadis sind Täler oder auch trockene Flussbetten, die ein wahres Paradies für Naturliebhaber sind – und der Oman hat da so einige zu bieten. Ungefähr 2 Stunden entfernt von Muscat, die Küste entlang, liegt das Wadi Shab – ein echtes Must-See. Da die ca. einstündige Wanderung nicht ganz einfach ist, ist es noch nicht überfüllt. Der Weg durch dieses Tal inmitten der Berge führt dorthin, wonach man sich während der schweißtreibenden Wanderung unentwegt sehnt: Klare, blaue Pools, in denen man sich wunderbar abkühlen kann. Bitte bringt ausreichend Verpflegung und gute Schuhe mit, denn von Infrastruktur kann ab dem Parkplatz keine Rede mehr sein.

Wadi Shab – 📸 Timo Trini

Jugendliche im Wadi Shab – 📸Timo Trini

Ein weiteres Wadi kannst du noch auf deinem Weg von Sur in die Wüste – die Wahiba Sands – besuchen. Das Wadi Bani Khalid liegt ca. 2 Stunden von Sur entfernt und ist leicht mit dem Auto zu erreichen. Deshalb ist es aber während der Hauptreisezeit von vielen Touristen besucht – versuch diese also zu vermeiden. Die Touris versammln sich meistens am Anfang, wer also länger als 15 Minuten in dieses lange, von Palmenhainen gesäumte Wadi hineinläuft, hat es plötzlich wieder ganz für sich alleine. Kletterfaule Begleitungen kann man auch im Café am Anfang des Wadis absetzen, die dann den mutigen Jugendlichen zuschauen, die sich von den Klippen ins kalte Nass stürzen.

Wadi Bani Khalid – 📸Timo Trini

Weiter Richtung Nizwa ist man in nullkommanix in den Wahiba Sands, der orangeroten Wüste, die im Südwesten des Landes in die Rub Al-Khali, die größte Wüste der Welt übergeht. Kamelfarmen gehören hier noch zum Alltag und von den kleinen Orten an der Hauptstraße kommt man in die Wüstencamps, in denen man Kamelritte und Wüstensafaris mit den abenteuerlustigen Omanis unternehmen kann.

Alltag in den Wahiba Sands – 📸 @ibn.battata

Überblicke Nizwa

Die Autobahn entlang fährst du dann Richtung Gebirge. Die wichtigste Stadt am Fuße der Berge ist Nizwa. Besuche dort das schöne Fort mit Blick auf die Stadt und kauf leckere Datteln im Souk. Achte auch hier auf die Öffnungszeiten, da der Souk noch überwiegend von Omanis besucht wird und somit traditionell am Mittag und Freitags geschlossen hat. Verpasse auf keinen Fall Misfat Al Abriyeen, ein von Lehmhäusern geprägtes, traditionelles Dorf mit atemberaubenden Blick auf das Tal. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und wer das in vollen Zügen genießen will, kann sich auch auf eine Wandertour machen, die am Rand des Dorfes los geht. – die Wanderwege sind ausgezeichnet.

Der Ausblick vom Nizwa Fort – 📸Timo Trini

Erkunde Oasen und Höhlen

Ein weiterer Stopp sollte eine der wunderschönen Oasen in der Gegend sein, allen voran Birkat Al Mauz. Hier kannst du durch die Palmenhaine spazieren, das jahrhunderte alte Bewässerungssystem bewundern und auf freundliche Einheimische treffen.

Die Oase von Birkat Al Mauz – 📸Timo Trini

In der Nähe findet man die Al Hoota Höhle, eine ca. 5 km lange Höhle, die den Omanis schon seit Jahrhunderten bekannt ist, aber erst vor ein paar Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Seitdem wurde ein kleiner Zug gebaut, der einen zur Höhle fährt sowie ein kleines Museum, in dem du mehr über die Begebenheiten der Höhle erfahren kannst.

Wandere durch eindrucksvolle Berglandschaften

Wer nur eine Wanderung in die Reise einplanen kann, empfehle ich den Balcony Walk auf dem Jebel Shams. Vom Fuße des Berges ist ein 4×4 SUV notwendig, da die Auffahrt ziemlich steil und nicht immer geteert ist. Wer diese spannende Fahrt einmal geschafft hat und sich von der unglaublichen Aussicht 3000 Meter in die Tiefe erholt hat, kann sich auf diese Wanderung einen Weg direkt am Abhang entlang begeben. Nach ca. 3 Stunden findet man dann mit etwas Glück einen kleinen Wasserfall, an dem man sich erfrischen kann, bevor es zurück geht.

Die Canyons des Jebel Shams – 📸Timo Trini

Vom Gebirge aus gelangst du in wenigen Stunden zurück nach Muscat oder nach Dubai. Zurück in der Stadt wirst du garantiert direkt die friedliche Natur, die wunderschönen Landschaften und die freundlichen Menschen vermissen – so ging es mir zumindest jedes Mal! Ich kann jedem nur empfehlen, interessante Orte im Oman zu entdecken und sich am besten viel Zeit für Klettern und Staunen zu nehmen. Das Land erfreut sich zwar an immer mehr Beliebtheit der Touristen, lässt sich aber noch Zeit seine Sehenswürdigkeiten zu kommerzialisieren. Dafür muss man ab und zu auf einen gewissen Standard an Komfort verzichten, das ist es aber absolut wert. Ich werde auf jeden Fall immer wieder zurückkehren und neues entdecken. Komm doch auch! Wir treffen uns dann auf einen Karak mit Blick auf’s Meer…

 

Welcher ist dein Lieblingsort im Oman? Lass es uns in den Kommentaren wissen! 👇

 

Über die Autorin

Franca Schucht hat Wirtschaftsarabistik in Bremen und Kairo studiert und arbeitet jetzt als Marketing Assistentin in Dubai. Sie liebt die arabische Welt für ihre freundlichen Menschen, leckeres Essen und interessante Geschichte. Von Dubai aus macht sie gerne Ausflüge in den Oman um neues zu sehen oder Freunden ihre Lieblingsorte zu zeigen.

 

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Über den Autor

Rayhana El-Mahgary

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