Barcelona: Unterwegs auf den Spuren Gaudís

Barcelona: Unterwegs auf den Spuren Gaudís

Von Katja Fenkart

Barcelona und Gaudí – die spanische Metropole und der Architekt sind untrennbar miteinander verbunden. Die unverwechselbaren Bauwerke des Spaniers – einige davon haben es sogar auf die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste geschafft! – begleiten dich auf deinem Barcelona-Trip durch die ganze Stadt und werden es immer wieder schaffen, dich mit ihrer Originalität zu überraschen. Gaudí war Teil der Art Nouveau-Bewegung, kombinierte den katalonischen Jugendstil aber mit einzigartigen und kreativen Ansätzen und Aspekten, die seinen unverkennbaren Stil ausmachen. Gaudí ließ sich in seiner Architektur stark von der Natur beeinflussen und nutze häufig Elemente wie Schmiedeeisen, Keramik, Mosaike und geschwungene Formen. Seine Gebäude strotzen nur so von ungewöhnlichen und unerwarteten, teilweise revolutionären Charakteristika und machen sie damit zu großartigen Sightseeing-Destinationen, die bei keiner Barcelona-Reise fehlen dürfen!

Gaudí und Güell

Sehr bedeutend für Gaudís Schaffen war seine Bekanntschaft mit dem Graf von Güell, der zu seinem wichtigsten Mäzen wurde. Mit seiner finanziellen Unterstützung realisierte der Baumeister einige seiner bedeutendsten Bauwerke wie den Park Güell, das Palau Güell, die Pavellons Güell und die Krypta der Colònia Güell.

Der wunderschöne Park Güell im Norden Barcelonas wurde zwischen 1900 und 1914 erbaut und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ursprünglich geplant war eine Siedlung inmitten eines riesigen Gartenkomplexes. Von den geplanten 60 Häusern wurden schließlich aber nur drei gebaut: Eines behielt Güell, eines verkaufte er an einen Freund und im dritten Haus wohnte Gaudí selbst. Letzteres beherbergt heute ein Museum, in dem von Gaudí entworfene Möbelstücke und Zeichnungen ausgestellt sind. Der Park ist geprägt von Mosaiken, das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die berühmte Mosaikbank, die die riesige Aussichtsterrasse im Herzen des Parks begrenzt. Ziemlich beeindruckend: Der Architekt erbaute die Parkanlage aus Steinen, die er auf dem Grundstück vorfand! Der Park ist perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang – schlendere durch den Säulengang, genieß die Natur und lass Gaudís einzigartige Kunst auf dich wirken! Geöffnet ist ganzjährig, der denkmalgeschützte und schönsten Teil des Parks kostet allerdings Eintritt.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Güell war das Palau Güell, ein Stadthaus für die Güell-Familie. Die Fassade unterscheidet sich von den anderen Projekten Gaudís durch ihr nüchterneres Erscheinungsbild. Das wird allerdings wieder durch das Design im Inneren und das Dach des Palastes wettgemacht: Ein Raum beinhaltet etwa Kreise an der Decke, die bei Tageslicht für Planetarium-Flair sorgen. Auf dem Dach des Palau Güell thronen Kamine und kegelförmige Lüftungen, die Tannenbäumen gleichen. Unbedingt einen Ausflug zum Palast einplanen – danach kannst du den Stadtteil Raval erkunden!

Die Pavellons Güell beheimaten den großen schmiedeeisernen Drachen, den Gaudí für das monumentale Eisentor entwarf. Der Anblick, der sich hier bietet, hat etwas Furchterregendes: Der Drache wacht mit aufgerissenem Maul und ausgebreiteten Flügeln über dem Eingang, wird das Tor geöffnet, bewegen sich seine Klauen. Alle „Game of Thrones“-Fans – nichts wie hin! 😉

Die Colònia Güell befindet sich etwa 15 Kilometer von Barcelona entfernt. Es handelt sich hierbei um eine ehemalige Industriesiedlung mit Fabrikgebäuden, einer Siedlung für die Arbeiter und der berühmten von Gaudí entworfenen und zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Krypta. Im Inneren finden sich fünf Säulengänge, die Eingangstür besticht mit Kompositionen aus Keramik. Auch in der unvollendeten Kirche sind wieder die typischen Mosaike zu finden, die Gaudís Arbeit prägen. Mit den hier genutzten Konstruktionstechniken wurde bereits der Grundstein für jene Techniken gelegt, die später bei Gaudís wohl berühmtester Arbeit zum Einsatz kamen: Der Sagrada Familia.

Unvollendete Schönheit: La Sagrada Familia

Seit 1882 befindet sich die „Kirche der heiligen Familie“, die mittlerweile zu DEM Wahrzeichen Barcelonas aufgestiegen ist, im Bau. Ursprünglich sollte sie bis 1910 fertiggestellt werden, heute wird das Jahr 2026 angepeilt – ein paar Jahrzehnte später, was soll’s?! 😉 Mit der Sagrada Familia findet sich eine exzellente architektonische Darstellung der Beziehung zwischen Mensch, Natur und Religion. Gaudí prägte das Erscheinungsbild der Kirche maßgeblich, umso passender ist es, dass sein Leichnam sich in der Krypta der Sagrada Familia befindet. Unser Tipp: Unbedingt auf einen der Türme steigen – der Blick über Barcelona von hier aus ist atemberaubend! Du solltest dich aber auf eine lange Warteschlange gefasst machen – die Zeit kannst du aber zum Beispiel zum Betrachten der Fassade nutzen, die viele versteckte Botschaften und biblische Geschichten enthält!

Gaudís „Casas“

Gaudís unverwechselbarer Stil war neben Güell auch bei anderen wohlhabenden Spaniern beliebt. So erteilte etwa eine Familie, die im Besitz einer Keramikfabrik war, Gaudí den Auftrag für das Casa Vicens, welches zwischen 1883 und 1888 erbaut wurde. Der Lebensunterhalt der Familie spiegelt sich auch in der Fassade wider, auf der eine Vielfalt von verschiedenen Keramikdekorationen zu sehen ist. Es finden sich außerdem Einflüsse von islamischer Architektur in der Fassade und in manchen der Zimmer.

Auch eine Familie von Textilindustriellen ließ sich zwischen 1898 und 1900 ein Haus von Gaudí entwerfen, das Casa Calvet, Gaudís konventionellste Arbeit. Im Gegensatz zu anderen Bauwerken des Architekten ist das Casa Calvet sehr symmetrisch und geradlinig und nimmt barocke Einflüsse auf. Die Form der Balkone kann als Vorreiter der Formen gesehen werden, die später beim Casa Batlló zum Einsatz kamen. Das Dach ist mit zwei Giebeln gekrönt, auf denen sich schmiedeeiserne Kreuze finden, umgeben von Steinornamenten und gekrönt mit Statuen der beiden Calvet-Heiligen San Genis und Saint Peter.

Im Jahr 1904 restaurierte Gaudí ein altes Konventionalhaus aus dem Jahr 1877, das Casa Batlló. Er nutzte dafür die typischen Elemente der Modernisme, des katalanischen Art Nouveau – Keramik, Steine, Schmiedeeisen – und schuf ein äußerst interessantes Bauwerk. Heute befindet sich in dem Haus ein beliebtes Museum. Besonders empfehlenswert ist die beeindruckende Dachterrasse, aber wirf auf jeden Fall auch einen Blick ins Innere! Das Casa Battló befindet sich auf einer der Hauptachsen der Modernisme – die Gegend lädt also definitiv zu einem kulturellen Spaziergang ein!

Nicht verpassen solltest du außerdem das Casa Milà, auch „La Pedrera“ (was soviel wie „Der Steinbruch“ bedeutet) genannt. Seinen Spitznamen trägt das Wohnhaus aufgrund seiner wellenförmigen Steinfassade, in der die Ungleichmäßigkeit der Natur deutlich wird. Neben den sehenswerten Eisenbalkonen verfügt das UNESCO-Weltkulturerbe über ein großes Museum, das der Arbeitsweise Gaudís gewidmet ist. Definitiv das Richtige für alle Nachwuchs-Architekten und die, die es noch werden wollen! Das Casa Milà im Stadtteil Eixample stellt das letzte Bauwerk des Architekten dar, bevor er sich ausschließlich dem Bau der Sagrada Familia gewidmet hat.

Minha casa é sua casa… Und welches ist nun dein Lieblings-Casa? 🙂

Türme, Tore, Laternen und Schulen…

Mit Wohnhäusern, Kirchen und Parks ist Gaudís Vielfalt aber noch lange nicht erschöpft. Wo ehemals eine alte Burg stand, erbaute der Ausnahme-Architekt den Torre de Bellesguard („Bellesguard“ bedeutet soviel wie „Wächter des Schönen“). Schön ist auch die Aussicht, die sich von hier auf die Stadt bietet. Das Gebäude weist burgähnliche Elemente auf und kombiniert den neugotischen Stil mit für Gaudí typischen Elementen.

Einen Besuch wert ist auch das Portal de Finca Miralles: Hierbei handelt es sich um eine Mauer mit Eingangstor, die Gaudí für das Grundstück eines Freundes schuf. In alter Gaudí-Manier finden sich hier geschwungene Linien, schräge Stützen und ungewöhnliche Stilelemente. Das Tor im heutigen Stadtteil Les Corts Sarria wurde einige Male baulich verändert. Seit 1999 steht eine lebensgroße Skulptur von Gaudí unter dem Tor. Hier kannst du dem Architekten der vielen spannenden Gebäude endlich mal von Angesicht zu Angesicht begegnen! Naja, zumindest fast 😉

Im Stadtteil Sant Gervasi übernahm Gaudí die Bauleitung über das von Joan Pons i Trabal begonnene Gebäude für die Schule von Santa Teresa. Das Bauwerk ist nicht als typisches Gaudí-Produkt zu erkennen, sieht man genauer hin, fallen aber einige typische Elemente wie etwa vierarmige Kreuze auf. Ein weiteres Schulgebäude schuf Gaudí mit der Schule Sagrada Familia, die sich direkt neben der Kirche befindet und für die Kinder der Arbeiter an der Sagrada Familia gedacht war. Heute befinden sich Büros in den Räumlichkeiten.

Wenn du über den Placa Reial schlenderst und deinen Blick schweifen lässt, könnte auf zwei ungewöhnliche sechsarmige Straßenlaternen stoßen. Ja, auch diese wurden von Antoni Gaudí entworfen und sorgen heute für romantische Stimmung!

Wer noch ein schickes Hostel in Barcelona sucht, hat die Qual der Wahl. Eine Top-Adresse ist beispielsweise das Casa Gracia Barcelona Hostel. In zentraler Lage kannst du hier den Flair des stilvollen Boutique-Hostels genießen, musst aber trotzdem nicht auf das für Hostels typische Gemeinschaftsgefühl verzichten: Neben einem großen Gemeinschaftsbereich und einer Terrasse, finden immer wieder gemeinsame Aktivitäten wie Kneipentouren statt. Das Primavera Hostel verbindet traditionelle Stilelemente mit modernem Design und überzeugt mit seiner gemütlichen Atmosphäre. Und last but not least: Wieso nicht im Hostel One Gaudi übernachten, nachdem du den ganzen Tag auf Gaudís Spuren unterwegs warst? 🙂

Danke an Umberto Nicoletti, Takahiro Hayashi, Jesus Abizanda, haschelsax, gwen, Ed Uthman und Jorge Láscar für die tollen Bilder!

Das könnte dich auch interessieren:

Share The World!
INSTAGRAM
EMAIL
Facebook
Facebook
GOOGLE
GOOGLE
/blog/barcelona-unterwegs-auf-den-spuren-von-gaudi/?lang=de
Youtube

Über den Autor

Viktoria Troescher

Lass dich inspirieren

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hostelworld Apps

Buche von unterwegs aus, mit der neuen mobilen Hostelworld-App.

Download on App Store Download on Play Store

Suche und buche mehr als 33.000 Unterkünfte in über 170 Ländern, egal wo Du gerade bist.