Du willst alleine reisen? Dann sollten wir auch über Einsamkeit sprechen

Du willst alleine reisen? Dann sollten wir auch über Einsamkeit sprechen

Von deinem ersten Trip alleine hast du viel erwartet. Gebräunte Haut. Offensichtlich. Die Welt ein bisschen besser kennenlernen. Neue Freunde zu finden. Einen epischen Instagram-Account. Sogar ein paar ‚Hab ich gerade wirklich nackt einen Bungeesprung gemacht?!‘-Momente, über die du eigentlich nie sprechen wolltest. Niemals. Aber Einsamkeit? Die hast du vielleicht nicht erwartet. Dennoch ist dies eine Erfahrung, die viele Alleinreisende machen. Das ist auch die Erfahrung, über die wir nicht gerne sprechen, denn – wenn wir mal ehrlich sind – was für ein undankbarer Loser bist du, wenn du dich einsam fühlst, obwohl du die beste Zeit deines Lebens haben solltest? So in etwa sehen deine Gedanken aus… Also begräbst du die Einsamkeit unter einer Fassade von sorgenloser Freude in der Hoffnung, dass sie vorübergehen wird. Und manchmal passiert das auch – und das ist toll. In anderen Phasen wird das Gefühl so stark, dass du mehr und mehr Zeit drinnen verbringst. Du versinkst in Selbstmitleid, weil du beim Alleinreisen total versagst, während alle anderen das unglaublich gut meistern. Nicht lange und du erwischst dich selbst dabei, wie du nach der besten Option suchst, nach Hause zu kommen. Um jeden Preis. Wenn du unterwegs einen Anfall von Einsamkeit haben solltest, beende die Flugsuche und lies weiter. Einsamkeit ist nicht nur ein total normales Gefühl, sondern trifft auch mehr Menschen als du denkst. Die gute Nachricht ist, es gibt super viele Dinge, die du tun kannst, damit die Einsamkeit deinen Trip nicht ruiniert. Die Wahrheit ist, du musst keine Angst haben alleine zu reisen. Du musst nur wissen, wie du mit der Einsamkeit umgehst, wenn sie dich plötzlich überkommt. Hier sind 7 einfache Lösungen, an denen du direkt arbeiten kannst.

1. Ausruhen, auftanken, neu gruppieren

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Du solltest dich selbst lieben ?@mirkalaqj08

Hunger, Durst und Müdigkeit haben allerhand auf dem Gewissen. Hast du dich jemals ‚hangry‘ gefühlt? Wie viel entspannter bist du, nachdem du etwas gegessen hast? Manchmal verwechseln wir physische Bedürfnisse mit emotionalen. Iss, trink und schlaf. Fühlst du dich besser? Sehr gut! Geh raus und genieße den Rest deiner Reise. Behalte aber im Kopf, dass Einsamkeit und Erschöpfung nicht dasselbe sind.

2. Suhle dich in Selbstmitleid ohne Schuldgefühle

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Iss das GANZE Eis ?@teejayhughes

Warte? Was? Ist nicht das Selbstmitleid genau das, was dich hierher gebracht hat? Jap, das ist es sicherlich, aber das ist eine andere Art von Suhlen. Das ist geeignetes, schuldloses Suhlen. Und du setzt dir selbst eine Frist. Manchmal musst du nur etwas Druck rausnehmen. Also was, wenn du nicht auf die Spitze des Tafelberg kletterst, oder jeden Tag mit den Walhaien schwimmen gehst? Besonders auf einer langen Reise musst du nicht alles mitnehmen und tausend neue Erfahrungen pro Stunde machen. Mach einen Netflix-Marathon im Pyjama, lies ein gutes Buch und iss so viel Eis, wie du nur kannst. Tu was nötig ist, damit du glücklich bist. 24 Stunden lang (oder 48) kannst du machen, was du willst. Es könnte dich heilen.

3. Erinnere dich: Du bist eigentlich ziemlich fantastisch!

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Notiz an dich selbst: DU BIST GROSSARTIG! ?@simplysteph_

Klar, du hast gerade Stunden/ Tage/ Wochen damit zugebracht, dir zu sagen, dass du ein einsamer Verlierer bist, aber geh mal einen Schritt zurück und schau dir das große Ganze an. Erinnere dich, wie viele neue Leute du schon getroffen hast. Erinnere dich, wie oft du die Verantwortung übernommen und eine Gruppe geleitet hast. Normalerweise zur nächsten Happy Hour Bar. Du bist cooler, als du dich gerade fühlst. Wenn du wirklich komplett den Durchblick verloren hast, dann schau dir deine Fotos an. Siehst du die coolen Dinge, die du schon erlebt- und die Menschen die du getroffen hast? Es war ein Wirbelsturm, oder? Dieser Anfall von Einsamkeit ist nur das Eintauchen in eine etwas andere Reise. Und auch wenn nichts von dem, was da oben steht, wahr ist – vielleicht befindest du dich am Anfang deiner Reise und warst schon vorher einsam – du bist trotzdem noch toll! Warum? Weil du von Zuhause weggegangen bist, raus aus deiner Komfortzone und hast all das ganz alleine geschafft. Auf keinen Fall bist du ein Verlierer. Hast du eine Ahnung, wie viele Menschen nicht mal über das nachdenken würden, was du gerade tust, geschweige denn es dann auch wirklich durchzuziehen? Die Antwort: viele, viele Menschen. Das alleine macht dich fantastisch und du solltest keine Angst haben, dir das auch zu sagen. 60 Mal pro Stunde, falls nötig.

4. Akzeptiere die Zeit alleine. Besonders wenn sie dir Angst macht

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Alleine-sein ist nicht dasselbe wie Einsam-sein ?@borderjunkie

Wie oft – in der Uni, auf der Arbeit, in deiner überfüllten WG – hast du dich nach ein bisschen Zeit für dich alleine gesehnt? Nun, jetzt hast du sie. Nimm sie an, auch wenn es beängstigend ist. Wann sonst wirst du die Chance haben, über die großen Fragen des Lebens nachzudenken – wovon träumst du wirklich? Was für eine Person hoffst du zu sein? Wirst du 2 oder 12 Welpen haben?

Mit deinen Gedanken alleine zu sein kann eine der angsteinflößendsten Erfahrungen sein, aber ein Autor sagte mal: ‚Bete, dass deine Einsamkeit dich dazu anspornen wird, etwas zu finden wofür es sich lohnt zu leben und zu sterben.‘ Wenn so etwas Tiefsinniges während deiner erweiterten Nabelschau nicht passiert, dann geht dir deine eigene Gesellschaft bald bestimmt so sehr auf die Nerven, dass du alles versuchst, um neue Freunde zu finden. So kann man das Problem mit der Einsamkeit auch lösen.

5. Hör auf so verdammt unsozial zu sein

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Pack dein Handy weg ?@nuriaoliva_

Okay, das passt vielleicht nicht direkt in die unterstützende Kategorie, aber sind wir mal ehrlich, du könntest schon ein bisschen mehr machen, oder? Für den Anfang, versteck dich nicht länger in deinem Zimmer / in deiner Schlafkoje / hinter deinem Handy. Natürlich ist das nicht so leicht, wenn man sich sowieso schon einsam fühlt, aber das ist eine der Sachen, die du einfach machen musst. Du wirst dir selbst dafür danken. Wenn der erste Schritt zu gewaltig ist, dann fang damit an, zugänglicher für Andere zu sein: verbringe Zeit in der Hostel Bar oder im Aufenthaltsraum und tausche dein Handy gegen ein Buch.

6. Überleg dir, was schonmal funktioniert hat und mach mehr davon

loneliness solo travel @alexjacksonvisuals

Verstehe, was für DICH funktioniert ?@alexjacksonvisuals

Ganz tief in uns wissen wir alle, was uns hilft, wenn es uns schlecht geht. Sehnst du dich nach der Energie der Stadt oder der Ruhe der Strände? Ist dein Glücksort auf einem Fuß stehend in einer Yogapose am Steilhang auf einer Klippe? Viel zu oft haben wir schon zu Beginn der Reise eine genaue Vorstellung davon, wie der Trip aussehen soll (oder sollte). Wir hecken eine grobe Strecke aus und versuchen uns, daran zu halten. Wenn dieser Plan für dich allerdings nicht mehr funktioniert, dann musst du alles umschmeißen und neu starten. Schau dir an, was in der Vergangenheit geholfen hat – auf dieser und anderen Reisen – und mach genau das. Es kann so etwas einfaches sein, wie an einen anderen Ort weiterzureisen, oder nur das Hostel zu wechseln. Oder du fährst zurück zu der coolen Gruppe, die du im vorletzten Land kennengelernt hast. Es ist einfacher Probleme zu bewältigen, wenn du dich in deiner Umgebung wohlfühlst. Wenn du zurück in der Spur bist und dich besser fühlst, kannst du wieder nach Plan reisen, wenn du willst. Vorausgesetzt du hast mit deinen neuen Freunden nicht schon neue Pläne geschmiedet.

7. Überlasse Freundschaften nicht dem Zufall

loneliness solo travel @kendraauckland

Reisefreunde sind die besten Freunde! ?@kendraauckland

Idealerweise hüpfen Alleinreisende einfach von einer Freundesgruppe zur nächsten, ohne auch nur einen einzigen einsamen Tag zwischendurch. Und oft ist es auch so mühelos. Aber manchmal eben nicht – und dann ist es wichtig einige Taktiken in petto zu haben, wie man neue Leute in einer fremden Stadt kennenlernt. Glücklicherweise gibt es haufenweise Wege, beim Alleinreisen Leute kennenzulernen, aber das sind meine 5 Favoriten:

Suche eine Hostel Bar auf – Von allen Orten in der ganzen Welt ist der Platz, wo du ganz bestimmt gleichgesinnte Alleinreiser-Seelen treffen wirst, die Bar in einem Hostel. Die Leute dort sitzen im selben Boot und werden nicht ausflippen, wenn du aus dem Nichts ein Gespräch beginnst. Wenn du zur richtigen Zeit dort bist, kannst du vielleicht bei der wöchentlichen Kneipentour teilnehmen.

Nimm an einer Tour teil – Verbringe einen Tag mit anderen Besuchern und du wirst vielleicht Freunde fürs Leben finden, oder zumindest fürs Abendessen. Achte dabei auf die Art von Tour, die du buchst. Hotels und Internetseiten wie Viator sind auf Paare und Familien ausgerichtet. Die Touren von Hostels hingegen ziehen eine Gruppe unterschiedlicher Menschen an.

Trete Gruppen in den Sozialen Medien bei – Facebook und Reiseforen wie The Lonely Planet’s Thorn Tree haben einen endlosen Strom an Menschen, die auf der Suche nach Kontakt zu anderen Alleinreisenden sind.

Geh auf Dates– Apps wie Tinder machen es dir so leicht, Einheimische zu treffen. Nicht scharf auf Dating (oder dein Freund oder deine Freundin zuhause wäre nicht so begeistert?)? Schreib direkt in dein Profil, dass du nur auf der Suche nach neuen Freunden bist.

Kontaktiere jeden, den du kennst – Hast du jemals die „Das Leben – Ein Sechserpack“ geschaut, oder „Six Degrees of Kevin Bacon“ gespielt? Dann weißt du dass es bestimmt jemanden gibt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der gerade in der selben Stadt ist wie du. Frag herum, du wirst überrascht sein, welche Kontakte daraus entstehen.

 

Einsamkeit auf deiner Reise muss für deinen Trip nicht verheerend sein. Wie die meisten Abenteuer im Leben, sind die Tiefpunkte eher temporär und wenn du sie mit Hilfe der oben stehenden Tipps überstehst, dann kannst du deinen anderen, positiveren Erwartungen auch gerecht werden. Wenn alles andere scheitert und du dich neben einem ähnlich einsam aussehenden Reisenden wiederfindest, dann ist es vielleicht Zeit, das Versprechen an dich selbst zu brechen und zu sagen: „Hab ich dir jemals von meinem nackten Bungeesprung erzählt?“

 

Über den Autor

Jo Fitzsimons schreibt dem beliebten Reiseblog  Indiana Jo. Sie reist seit 7 Jahren alleine herum und hat dabei mehr als einmal Einsamkeit erfahren. Nein, sie ist keine Verliererin. Du kannst ihren Reisen auf FacebookPinterest und Instagram folgen.

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Über den Autor

Rayhana El-Mahgary

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