Tag 1 - Erste Eindrücke
Nach der Ankunft in Dublin solltest du dich nach dem Einchecken in deinem Übernachtungsquartier gleich zu einer ersten Erkundung der Umgebung aufbrechen. Da die Innenstadt kompakt und alles gut erreichbar ist, kannst du dir schnell einen ersten Eindruck von der Stadt verschaffen. Nördlich des River Liffey befinden sich die beiden verkehrsreichsten Straßen der City, die Henry Street und die O‘Connell Street. In letzterer befindet sich eines der höchsten Monumente Europas, The Spire, das mit seinen 123 Metern Höhe stolz mitten auf der O‘Connell Street steht.
Angesehen von vielen Geschäften und Fastfood-Buden bietet die Nordseite auch einige touristische Attraktionen, zum Beispiel zwei Museen, die den Schriftstellern und Dramatikern gewidmet sind, für die Dublin wie ein Synonym steht. Das eine ist das Dublin Writers Museum (18 Parnell Square, Dublin 1, Eintritt € 6,25), das Leben und Werk der bekanntesten Theaterautoren und Dichtern Dublins wie Oscar Wilde und Samuel Beckett würdigt, und das andere ist das James Joyce Centre. Es befindet sich auf der North Great Georges Street und beschäftigt sich mit Leben und Zeit des weltberühmten Dubliner Schriftstellers.
Wenn du die Liffey überqueren möchtest, um in die südlichen Stadtviertel Dublins zu gelangen, nimm statt der O‘Connell Bridge am unteren Ende dieser Hauptdurchfahrtsstraße besser die kleine, bucklige Fußgängerbrücke Halfpenny Bridge. So kommst du direkt nach Temple Bar, ein bei Touristen äußerst beliebtes Viertel von Dublin. Es hat Unmengen von Pubs und Restaurants und ist insbesondere nachts sehr belebt. Von Temple Bar aus kannst du die Grafton Street und die umgebenden Straßen hinaufgehen und das Dubliner Alltagsleben an dir vorbeiziehen lassen.
Besonders gut geht dies im Park St Stephen‘s Green am oberen Ende der Grafton Street. Der von Leuten aller Schichten bevölkerte „The Green“ besitzt Teiche, wo du Enten füttern kannst, und große Wiesen, auf denen du stundenlang herumliegen kannst, wenn du möchtest.
Nur 5 Minuten westlich von Stephen‘s Green liegt der Merrion Square. Dieser Park ist nicht so groß wie sein Gegenstück im Stadtzentrum, aber das Gelände ist ebenso eindrucksvoll. Hier kommen weit weniger Leute hin, weswegen der Park friedlicher und stiller wirkt.
Falls du zum ersten Mal in Dublin bist, ist es gut möglich, dass es dich nach Einbruch der Dämmerung nach Temple Bar zieht. Das Viertel ist eine einzige Fußgängerzone – wenn du unter dir gepflasterten Boden siehst, befindest du dich in Temple Bar. Hier ist die Meile von Dublin, wo die typischen „Oirish“-Pubs mit traditioneller Musik, in Strömen fließendem Guinness und mit etwas Glück sogar Irish Dancing zu finden sind.
Tag 2 - Ein Abstecher in die Umgebung
In Dublins nördlichen Vororten gibt es viel zu sehen und zu unternehmen. Man findet schöne Wege zum Wandern oder kann Schlösser besichtigen und eindrucksvolle Zeugen der Vergangenheit bewundern. Das berühmte Malahide Castle sollte einer der ersten Anlaufpunkte sein. Ungefähr alle 15 Minuten finden Audio-Touren statt, die den Besucher in einer halben Stunde durch die Geschichte des Schlosses begleiten. Auf einem Rundgang durch das ganze Schloss können viele der fremdländisch wirkenden Räume besichtigt werden. In der Nähe Malahide liegt Howth, von wo aus man spektakuläre Spaziergänge entlang der Dublin Bay mit atemberaubenden Aussichten unternehmen kann.
Im Süden der Innenstadt schließen sich einige besuchenswerte Stadteile an, die fußläufig oder mit einer kurzen Taxifahrt zu erreichen sind. Rathmines bietet dem Besucher tagsüber nicht allzu viel, aber nach Einbruch der Dämmerung findet sich hier ein großes Angebot an Pubs, die eine lange Nacht versprechen. Was Rathmines im Süden, ist Phibsboro im Norden. Es liegt nur zehn Minuten von der O‘Connell Street entfernt und kann ebenfalls mit einem umfangreichen Arsenal an Kneipen aller Art aufwarten.
Tag 3 - Phoenix Park - größer als der Central Park!
Ein Dublin-Aufenthalt wäre unvollständig ohne einen Besuch im Phoenix Park, der nur zehn Minuten mit dem Bus vom Stadtzentrum entfernt liegt. Mit einer Fläche von 700 Hektar ist der Phoenix Park einer der größten Stadtparks der Welt, größer als der New Yorker Central Park und der Hyde Park in London. Man kann nicht nur endlos im Park umherwandern, sondern auch den Dubliner Zoo besuchen oder einen Blick auf den Áras an Uachtaráin, die Residenz des irischen Präsidenten, werfen.
Falls das Wetter nicht mitspielt, gibt es eine Reihe von Alternativen, die man im Trockenen besichtigen kann und die alle nicht weit entfernt voneinander liegen. Als Erstes bietet sich hier beispielsweise das National History Museum in der südlichen Stadthälfte, in der Nähe des Merrion Square, an. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich die National Gallery, in der zahlreiche Werke alter europäischer Meister sowie der französischen Impressionisten gezeigt werden.
In der Umgebung von Dublin ist für den typischen „Irish Pub“ das Überleben in den letzten Jahren immer schwerer geworden. Stattdessen hat sich in Dublin einen neue Generation von Bars breitgemacht, die eher Lounge-Charakter aufweisen. Die mit riesigen Couches und Glastischen ausgestatteten Lounges sind die Lieblingstreffs der Dubliner Schickeria. Manche geben sich extrem prätentiös, aber was die Kleidung angeht, haben sich die Einlassregeln in Dublin insgesamt in den letzten Jahren eher entspannt. Falls du nicht gerade deine abgetretensten Turnschuhe trägst, solltest du hineinkommen. Sie haben natürlich nicht die typische „Irish Pub“-Atmosphäre, aber wer es mag, kann dort durchaus eine nette Nacht verbringen.
Tag 4 - Eintauchen in die Vergangenheit
Von der Dubliner City aus nur 45 Kilometer nördlich liegt eine antike Begräbnisstätte, die älter ist als die Pyramiden. Das um 3.200 vor Christus errichtete Hügelgrab Newgrange ist ein megalithisches Ganggrab. Jedes Jahr um die Wintersonnenwende (21. Dezember) herum fällt ein Sonnenstrahl genau in den Gang und erleuchtet das Grab. Umgeben ist das prähistorische Monument von einem Steinring aus 97 Blöcken, von denen viele mit megalithischer Kunst verziert sind. Im Brú na Bóinne Visitor Centre auf dem Ausgrabungsgelände erfährst du alles Wissenswerte über Newgrange sowie über die nahe gelegenen antiken Kultstätten Knowth und Dowth.
In dieser Gegend, Boyne Valley genannt, sind noch viele weitere historische Stätten zu finden. Lohnenswert sind beispielsweise der Hill of Tara und der Round Tower at Monasterboice. Von Dublin aus gibt es ganztägige Touren, bei denen alle Sehenswürdigkeiten dieser Gegend besucht werden.
Natürlich verfügt Dublin auch über eine breites Spektrum an Theatern, in denen die Arbeit der renommiertesten Dramatiker und Schauspieler Irlands auf die Bühne gebracht wird. Das Abbey Theatre auf der Middle Abbey Street hat insbesondere die Werke der bekanntesten irischen Dramatiker auf dem Spielplan. Aber auch im Gate Theatre am oberen Ende O‘Connell Street und im Gaeity Theatre auf der King Street, nur um die Ecke des oberen Endes der Grafton Street herum, wird hervorragendes Theater geboten.
Tag 5 - Der krönende Abschluss
Nach einigen Tagen in Dublin hast du es wohl kaum vermeiden können, den einen oder anderen Pint des irischen Nationalgetränks Guinness, des legendären „Black Stuff“, zu leeren. Falls nicht, hast du vielleicht stattdessen eine authentische irische Whiskeysorte probiert. Zum Abschluss kannst du Destillen und Brauereien besuchen, wo du alles über die Herstellung dieser Nationalgetränke erfährst und ihren Geschmack testen kannst.
Die Guinness-Brauerei erstreckt sich auf einer Fläche von 26 Hektar beiderseits der James‘s Street, ein guter Kilometer westlich der Christ Church Cathedral. Die 1759 gegründete Brauerei ist der größte einzelne Bierexporteur der Welt. Das ehemalige Guinness-Hopfenlager in der Crane Street beherbergt heute ein Ausstellungszentrum, in dem man zudem das beste Guinness in Dublin probieren kann. In die oberste Etage des Guinness-Hopfenlagers wurde eine der innovativsten Bars von Dublin, die „Gravity Bar“, eingebaut. Von dort kannst du einen 360-Grad-Panoramablick über die Stadt genießen, während du dich an einem Pint des „Black Stuff“ labst.
Gleich gegenüber lockt die Old Jameson Distillery zu einem Besuch. Die 1780 erbaute Whiskeybrennerei gilt seit Jahren als eine der besten Brennereien der Welt, und der Whiskey, den sie produziert, rechtfertigt diesen Ruf.
Nach diesen Besichtigungen empfiehlt es sich, noch etwas in der Innenstadt umherzuschlendern. Im Viertel um die Georges Street und Wicklow Street bieten zahllose Läden allerlei Nettes und Kurioses zu vernünftigen Preisen. Geht man von dort aus die Dame Street hinauf, landet man beim Dublin Castle. Neben den ehemaligen Staatsgemächern gibt es dort noch viel anderes Sehenswertes.
Beim Anblick der vielen Musiker überall auf den Straßen von Dublin, insbesondere auf der Grafton Street, drängt sich manchem die Frage auf, ob Bono und U2 ihre Karriere vielleicht hier als Straßenkünstler begonnen haben. Auf dem Stadtrundgang Musical Pub Crawl führen dich zwei Profis, die selbst Musik machen, zu allen möglichen Stätten von Bedeutung für die irische Musikkultur und plaudern aus dem Nähkästchen über die berühmtesten Musiker Irlands.