Minimalismus: Die besten Tipps und Tricks für deine Reise

Minimalismus: Die besten Tipps und Tricks für deine Reise

Minimalismus ist modern. Minimalistische Kleidung, minimalistisches Design, minimalistisches Wohnen, minimalistische Büros – es ist zum Trend geworden und mittlerweile einfach überall. Die originalen Minimalisten aber, die sich diesem Lebensstil seit Anbeginn der Zeit verschrieben haben, sind Reisende.

In den letzten Jahren bin ich als Freelancerin und Reisebloggerin für meinen Blog The Travelling Light oft längere Zeit gereist – von sechs Monaten bis hin zu einem Jahr. Mein Leben musste daher schon einige Male in einen Rucksack passen. Ich als ehemalige Sammlerin habe durchs Reisen jede Menge über Minimalismus und dessen Vorzüge gelernt. Schlussendlich war es eine Art gratis Therapie.

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Hinter dem Trend des Minimalismus steht das Verlangen, sein Leben auf die wichtigsten Dinge herunterzubrechen. Du wirst dir bewusst darüber, was du schätzt und wirst Dinge los, die dich ablenken und runterziehen. Minimalismus lehrt dich außerdem, dass du keine äußerlichen Dinge benötigst, um glücklich zu sein. Dein Leben auf minimale Besitztümer zu reduzieren, kann dir beweisen, dass das, was du wirklich brauchst, in dir selbst schlummert. Mit nur einem Rucksack zu reisen zwingt dich, einen minimalistischen Lebensstil anzunehmen, ob du willst oder nicht.

Der Preis, den du bezahlst, wenn du zu viele Sachen mitnimmst, ist hoch. Das habe ich auf die harte Tour gelernt, und zwar nicht nur einmal. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich  vor Jahren mit ein paar Freunden einen einmonatigen Trip durch Vietnam gemacht habe. Wir hatten alle große Koffer dabei und füllten diese während unserer Reise mehr und mehr. Mit unseren riesigen Koffern haben wir über den rissigen Gehweg unser Hostel im Strandort Nha Trang angesteuert, die Arme beladen mit Tragetaschen. Das gesamte Hostel schien gerade im Restaurant beim Eingang zu essen und jede einzelne Person drehte sich zu uns um, um die Quelle des Lärms auszumachen. Jede Illusion darüber, was für coole und lockere Reisende wir doch waren, wurde in diesem Moment zerstört.

Auf der anderen Seite habe ich die unglaubliche Freiheit erlebt, die sich dir bietet, wenn du fast nichts mitnimmst. Als ich in Ubud, Bali, gelebt habe, habe ich zwei sehr coole Mädchen kennengelernt, die als ultimative Minimalisten um die Welt reisten und währenddessen online arbeiteten. Sie haben es geschafft, jeweils Laptop, Handy, Aufladegeräte, zwei Outfits, zwei Stück Unterwäsche, einen Bikini und ein paar wenige essentielle Toilettenartikel in einen kleinen Tagesrucksack zu packen. Sie hatten nur ein Paar Schuhe dabei. Sie sagten, das sei alles, was man wirklich braucht. Diese Mädchen und die Art, wie sie lebten, waren frei.

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Sie ließen sich von Stadt zu Stadt, von Land zu Land treiben, machten für ein paar Tage einen Abstecher auf eine Insel und kehrten dann wieder zurück – alles was sie taten, basierte darauf, wozu sie gerade Lust hatten. Sie mussten keinen Gedanken daran verschwenden, wo sie ihren Kram lagerten, wenn sie nicht alles mitnehmen konnten. Zusammenzupacken und weiterzuziehen war kein Problem. Ich erinnere mich daran, wie ich eine von ihnen fragte, wo sie denn gerade schlafe. Sie antwortete mir: „Oh, ich werde vermutlich einfach später die Straße entlang gehen und ein Hostel mit einem günstigen, freien Bett finden.“ Sie hatte sowieso alle ihre Besitztümer bei sich, musste also nur einen Platz zum Schlafen finden, sobald sie müde war. Sie war einfach entspannt und sorglos.

Ganz hab ich es noch nicht geschafft, nur mit einem Tagesrucksack zu reisen. Ich war mit Koffern, Seesäcken und Rucksäcken unterwegs und kann dir versichern, dass das Gefühl, mit wenig Gepäck zu reisen, ein gutes ist.

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Folgende Faustregeln und Tipps zum minimalen Packen habe ich in den letzten Jahren gesammelt:

  • The Minimalists haben eine super Regel fürs Packen. Wenn du etwas da, wo du hingehst, für unter 20€ in weniger als 20 Minuten bekommst und es nicht täglich brauchst, dann pack es nicht ein – du kannst es dir jederzeit kaufen.
  • Marie Kondo, Autorin des Buches Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert’ (es klingt lächerlich, aber es IST lebensverändernd), hat eine weitere tolle Regel fürs Leben, die ich gerne beim Reisen anwende. Sie sagt: Wenn etwas keine Freude in dir auslöst, dann behalt es nicht. Oder in diesem Fall: Pack es nicht ein.
  • Wenn du packst, tu so, als würdest du nur für eine Woche wegfahren. Wenn du nur das nötigste Minimum für eine Woche mitnehmen würdest, was würdest du einpacken? Schau dir das Ergebnis an und stell dir die Frage, ob du mit dieser Auswahl an Dingen für einen Monat, sechs Monate, ein Jahr, wie lange auch immer auskommen könntest. Füge nur die allerwichtigsten Extras zu dieser Auswahl hinzu.
  • Welche Dinge können mehr als einen Zweck erfüllen? Cetaphil oder QV Wash dienen  als Waschlotion und Gesichtsreiniger in einem. Sanftes Shampoo kann als Haarwaschmittel und Waschmittel benutzt werden. Pyjamas kannst du zum Schlafen und bei Yoga-Sessions tragen.
  • Versuch dich auf 2-3 Dinge pro Kategorie (zum Beispiel T-Shirts, Shorts, Kleider) zu beschränken. Praktisch gesehen kannst du dann das eine T-Shirt tragen, wenn du das andere gerade wäschst. Wie du das mit deiner Unterwäsche handhabst, musst du selbst entscheiden!
  • Eine großartige Möglichkeit, um ein wenig Organisation in deinen Rucksack zu bringen, sind kleinere Taschen, Beutel und Fächer. Ich würde zum Beispiel nie ohne diese Packing Cubes reisen. So habe ich extra Beutel für meine Toilettenartikel, meine Arbeitsutensilien bzw. elektronischen Dinge, meine Kameras und dreckige Kleidung. Auf diese Weise liegt nichts lose in meinem Rucksack herum – es ist quasi das Reise-Äquivalent für Schubladen.
  • Ich reise mit einem wandelbaren Rucksack/Rolltasche von Osprey und einem MillicanTagesrucksack (aus recycelten Materialien hergestellt) und liebe beide. Beide haben eine super Qualität und viele Fächer, um das Gepäck zu organisieren.

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Im Großen und Ganzen lehrt dich das Reisen Selbständigkeit: Du lernst, aufzuhören, dich auf externe Dinge, Menschen und Orte zu verlassen und deine eigene Stärke, deinen  Einfallsreichtum, deine Offenheit und Klugheit zu nutzen. Aus einem Rucksack zu leben zeigt dir, dass du keine Anhäufung an Besitztümern brauchst. Minimalistisch zu reisen ist der ultimative Vertrauenstest und der beste Weg, um dir selbst zu beweisen, dass du alles, was du brauchst, jederzeit in dir selbst trägst.

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Über den Autor

Rayhana El-Mahgary

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One Response to “Minimalismus: Die besten Tipps und Tricks für deine Reise”

  1. Ein schöner Beitrag! Was mir beim Ausmisten und gestalten eines etwas minimalistischeren Lebensstils geholfen hat, war das Hörbuch von Karen Kingston – Feng shui gehen das Gerümpel des Alltags. Ich habe mich in diesem Hörbuch sehr oft wieder gefunden und radikal ausgemistet. Auch auf reisen geht es immer gut mit Handgepäck. Meistens braucht man eh mur die Hälfte der Klamotten, die man mit sich rumschleppt.

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